Standard Industries
Baustoffkonzern legt Angebot für Braas Monier vor

Standard Industries hat sein Übernahmeangebot für Braas Monier vorgelegt. Der US-Konzern hat bereits rund 40 Prozent der Aktien sicher. Doch der Dachpfannenhersteller unterstützt die Offerte bisher nicht.

FrankfurtDas US-Baustoffunternehmen Standard Industries will mit der Übernahme von Braas Monier den europäischen Dachziegel-Markt erobern. Als familiengeführte Gesellschaft sei es nicht das Ziel von Standard Industries, nach einem Zusammenschluss die Kosten zu drücken und Arbeitsplätze bei Braas zu streichen. „Bei dieser Übernahme geht es darum, gemeinsam zu wachsen“, warb Co-Chef David Millstone am Donnerstag für die Offerte, die Braas Monier erneut ablehnte. Einen Anlass zur Erhöhung des Angebots von 25 Euro je Aktie in bar sieht der Vorstand nicht.

Standard Industries erzielt drei Viertel seines Umsatzes in den USA, den Rest in Europa. Braas aus Oberursel bei Frankfurt dagegen ist fast nur auf den europäischen Markt fokussiert. Bei einem Zusammenschluss würde der Konzern jeweils rund die Hälfte seiner Erlöse in den USA und in Europa erwirtschaften und wäre dadurch gegen konjunkturelle Schwankungen besser gewappnet, betonte Millstone.

Braas Monier machte zuletzt der bevorstehende Austritt Großbritanniens zu schaffen. Der Dachpfannen-Hersteller senkte Anfang August seine Umsatzziele für dieses Jahr und rechnet nun mit einem Wachstum von einem Prozent statt zwei bis drei Prozent. 2015 setzte Braas 1,26 Milliarden Euro um, Standard Industries 3,4 Milliarden Euro.

Die Amerikaner haben sich nach eigenen Angaben bereits 40 Prozent der Anteile an Braas Monier gesichert. Sie kauften im Juni ein Aktienpaket von 29,1 Prozent zum nun gebotenen Preis von 25 Euro je Aktie. Zudem habe die Monier Holdings zugestimmt, ihre restlichen 10,8 Prozent an Braas anzudienen.

Braas Monier wies das Angebot, das den Konzern mit rund einer Milliarde Euro bewertet, erneut als zu niedrig zurück. Der gebotene Preis berücksichtige nicht die künftigen Wachstumsaussichten des Konzerns sowie die Synergien, die durch einen Zusammenschluss erzielt werden könnten, erklärte die Firma, die für die „Frankfurter Pfanne“ bekannt ist. Aufstocken will Standard Industries nicht. „Wir glauben, dass die 25 Euro den tatsächlichen Wert des Konzerns widerspiegeln“, sagte David Winter, der Standard Industries gemeinsam mit Millstone führt. Eine Mindestannahmeschwelle für die Offerte gebe es nicht.

Kanpp 45 Prozent von Braas sind im Streubesitz. Fünf Prozent hält die Gesellschaft Lucerne Capital, knapp zehn Prozent liegen beim Finanzinvestor Wellington.

Braas Monier mit rechtlichem Sitz in Luxemburg war im Juni 2014 mit einem Ausgabepreis von 24 Euro an die Frankfurter Börse gegangen. Aktuell liegt der Kurs bei 26,20 Euro. Das Papier hatte nach dem Bekanntwerden des Standard-Gebots am Mittwoch stark zugelegt. Aktionäre von Braas Monier können ihre Anteile voraussichtlich ab dem 18. Oktober andienen.

Im Januar hatte Standard Industries - bis dahin als Building Materials Corporation of America (BMCA) bekannt – für eine Milliarde Euro die dänische Icopal übernommen. Diese ist Anbieter von Flachdächern, die vor allem bei gewerblichen Gebäuden zum Einsatz kommen. Die Dachpfannen von Braas Monier werden in erster Linie bei Privathäusern verbaut.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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