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MAN muss keine Pflichtofferte für Scania vorlegen

Der Nutzfahrzeugbauer MAN muss den Scania -Kleinaktionären keine Pflichtofferte für ihre Aktien vorlegen. Dies entschied die schwedische Finanzaufsicht nach einmonatiger Prüfung, wie die Behörde am Donnerstag in Stockholm mitteilte.

dpa-afx STOCKHOLM. Obwohl es durchaus Anhaltspunkte für ein abgestimmtes Verhalten zwischen MAN und dessen Großaktionär Volkswagen bei Scania gebe, habe die Behörde entschieden, dass MAN nicht in die Pflicht genommen werden könne.

Eine Pflichtofferte hätte nur von VW als größten Scania -Anteileigner verlangt werden können. VW hatte vom Stockholmer Aktienhandelsrat im vergangenen Jahr allerdings eine Befreiung erhalten und muss daher kein Gebot für die ausstehenden Papiere vorlegen. Die Finanzaufsicht sieht keinen Grund, an dieser Ausnahmegenehmigung zu rütteln.

VW hatten sich Anfang März durch die Übernahme der von der Familie Wallenberg gehaltenen Aktien 68 Prozent der Scania -Stimmrechte gesichert. Zugleich hatte VW -Chef Martin Winterkorn angekündigt, dass es keine Offerte für die übrigen Scania -Papiere geben werde. Dies war auf heftige Kritik anderer Aktionäre gestoßen, deren Titel nach der Ankündigung deutlich an Wert verloren. Die Finanzaufsicht hatte daraufhin geprüft, ob statt VW nun MAN in die Pflicht genommen werden könne. MAN kontrolliert seit einem gescheiterten Übernahmeversuch vor gut einem Jahr 17 Prozent der Scania -Stimmrechte. VW wiederum ist mit knapp 30 Prozent auch größter Anteileigner bei MAN.

Wäre MAN zur Abgabe eines Gebots für alle noch ausstehenden Scania -Aktien in Höhe der von VW an Wallenberg gezahlten 200 schwedischen Kronen je Aktie verpflichtet worden, so hätte dies die Münchner insgesamt rund 8,4 Mrd. Euro gekostet. VW zahlt den Wallenbergs dagegen nur 2,9 Mrd. Euro für deren Papiere. Anders als VW, MAN und Wallenberg halten die Kleinaktionäre vor allem B-Aktien, die über ein reduziertes Stimmrecht verfügen.

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