Standort Bochum
Opel-Entwicklungsgesellschaft vor dem Start

Unter dem Namen „Bochum Perspektive 2022“ startet in Kürze eine Entwicklungsinitiative die sich künftig um neue Perspektiven für den Standort Bochum des angeschlagenen Autobauers Opel kümmern soll. Das Land NRW hilft mit.
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Bochum/RüsselsheimBeim kriselnden Autohersteller Opel soll in Kürze die Entwicklungsgesellschaft für den vor massiven Einschnitten stehenden Standort Bochum an den Start gehen. Die Gesellschaft werde „in den nächsten Wochen“ an den Start gehen, sagte ein Opel-Sprecher am Montag in Rüsselsheim. „Wir arbeiten mit Nachdruck an der Gründung.“ In den vergangenen Monaten seien noch Fragen zu klären gewesen wie die Rechtsform der Gesellschaft. Dabei sei die Entscheidung auf eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gefallen.

Die Gesellschaft werde einen Beirat haben, über dessen Besetzung derzeit noch Gespräche liefen, sagte der Opel-Sprecher. Sobald die Personalien wie auch die Besetzung des Geschäftsführerpostens geklärt sei, werde Opel über Einzelheiten informieren. Voraussetzung für die Gründung der Entwicklungsgesellschaft sei, dass IG Metall und Opel den Tarifvertrag über den vergangene Woche grundsätzlich beschlossenen Zukunftsplan für die deutschen Werke besiegelten, berichteten die Zeitungen der „WAZ“-Gruppe (Montagsausgaben) ohne Nennung von Quellen.

Ende Oktober hatten die US-Opel-Mutter General Motors (GM), Opel selbst und die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen ihre Absicht zur Gründung einer Arbeitsgruppe erklärt, die Zukunftsperspektiven für den Standort Bochum nach dem Aus der dortigen Autoproduktion entwickeln soll. Aufgabe der Initiative ist es, die Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze für Opel-Mitarbeiter voranzutreiben sowie Nutzungsmöglichkeiten für das Werksgelände zu entwickeln. Die Initiative trägt den Namen „Bochum Perspektive 2022“.

Der Beirat der Entwicklungsgesellschaft soll mit neun Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft besetzt sein, berichteten die Zeitungen der "WAZ"-Gruppe. Darunter sein soll der frühere Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke (SPD). Auch Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sei im Gespräch gewesen, dann aber abgelehnt worden.

Dem Opel-Werk Bochum drohen in den kommenden Jahren massive Einschnitte. Opel will dort voraussichtlich Ende 2016 die Autoproduktion auslaufen lassen. Dieses Vorhaben ist Teil des vergangene Woche von Unternehmen, IG Metall und Gesamtbetriebsrat besiegelten Zukunftsplans für die deutschen Werke des Herstellers.

Heute arbeiten für Opel in Bochum noch rund 3300 Menschen. In Zukunft will Opel an dem Standort nach dem Auslaufen der Autoproduktion noch 1200 Menschen beschäftigten. Als teilweiser Ersatz für die Autofertigung in Bochum wird in den kommenden Jahren eine Autoteile-Fertigung aufgebaut. Schon ab dem zweiten Quartal soll in Bochum vom derzeitigen Drei- auf einen Zweischichtbetrieb umgestellt werden.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Mein Vorschlag wäre die Gründung einer Genossenschaft (und nicht einer GmbH) an der die Bochumer Bürger, insbesondere die (ehemaligen) Opel-Mitarbeiter beteiligt werden.

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