Standort China
BASF investiert eine Milliarde

BASF will seine Geschäfte im boomenden chinesischen Markt weiter ausbauen. Zusammen mit dem chinesischen Petrochemiekonzern Sinopec will der Branchenprimus seinen großen Chemie-Standort in Nanjing erneut erweitern
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HB FRANKFURT. Insgesamt wollen beide Partner dort rund eine Milliarde Dollar in den Standortkomplex investieren. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden. Nanjing ist der wichtigste Chemiestandort von BASF in China und einer von weltweit nur sechs sogenannten Verbundstandorten, in denen eine Vielzahl von Anlagen unter einander vernetzt arbeiten.

Geplant sei in Nanjing der Bau einer neuen Acrylsäureanlage mit einer Jahreskapazität von 160 000 Tonnen sowie eine neue Butylacrylat-Anlage. Zudem würden die Kapazitäten von weiteren Anlagen dort ausgebaut. Auch soll eine neue Großanlage für die Chemikalie HPPO gebaut werden. Die dort produzierten Substanzen sind für den chinesischen Markt vorgesehen und werden beispielsweise zur Produktion von Lacken, Putz- oder Waschmittel benötigt.

"Wir wollen die Chance nutzen, die sich aus dem außerordentlichen Wachstum des chinesischen Marktes ergeben", erklärte der Asien-Chef von BASF, Martin Brudermüller. BASF will in der strategisch wichtigen Asien-Region seine Umsätze in den nächsten zehn Jahren jährlich um sieben bis acht Prozent auf 20 (2009: 9,0) Milliarden Euro erhöhen. Der chinesische Markt spielt dabei eine zentrale Rolle. Zudem will der Konzern bis 2020 rund 70 Prozent seines Asien-Umsatzes auch vor Ort in Asien produzieren. Im vergangenen Jahr stammten etwa 60 Prozent des Asien-Umsatzes auch aus lokaler Produktion. Im Zeitraum 2009 bis 2013 sind für die Region Asien Investitionen von zwei Milliarden Euro vorgesehen.

BASF und Sinopec betreiben den Chemiestandort in Nanjing über ihr seit dem Jahr 2000 bestehendes Gemeinschaftsunternehmen BASF-YPC. Insgesamt wurden in der ersten Entwicklungsphase 2,9 Milliarden Dollar investiert. Nanjing war im Juni 2005 mit einem Cracker - so werden petrochemische Basisanlagen im Fachjargon genannt - und neun weiteren nachgeschalteten Anlagen ans Netz gegangen. Im Jahr 2009 hatten BASF und Synopec dann einen ersten Ausbau ihres Chemiekomplexes in Nanjing angekündigt.

Der Chemieriese kündigte außerdem an, seine Produktionskapazitäten für sogenannte Superabsorber im belgischen Antwerpen und in Freeport in den USA auszubauen. Bis 2012 soll die Kapazität um 70 000 Tonnen auf weltweit 470 000 Tonnen Im Jahr erweitert werden. Die Anlagen in Antwerpen und in Freeport sollen bis dahin jeweils 35 000 Tonnen mehr produzieren können. Die Investitionssumme nannte BASF nicht.

BASF reagiert mit dem Schritt nach eigenen Angaben auf das Wachstum des Marktes für den hochsaugfähigen Kunststoff, der unter anderem in Windeln zum Einsatz kommt. Superabsorber können bis zum 500fachen ihres Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen.

BASF gehört mit einem Marktanteil von knapp 30 Prozent zu den führenden Herstellern dieses Kunststoffs. Aktuell wächst der Markt getrieben durch die starke Nachfrage aus den Schwellenländern um mehr als fünf Prozent im Jahr.

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  • Die bASF ist nur einer der Konzerne, der die Zeichen der Zeit erkannt hat. in Deutschland ist die Produktion und Forschung zu teuer. Die Lohnkosten sind hier zu hoch, um eine vernünftige Rendite zu erzielen.

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