Standort-Debatte: RWE hofft auf den Ausstieg aus dem Atomausstieg

Standort-Debatte
RWE hofft auf den Ausstieg aus dem Atomausstieg

Der Essener Energiekonzern RWE sieht erst nach der nächsten Bundestagswahl im Jahr 2009 die Möglichkeit, den bestehenden Beschluss zum Kernenergieausstieg rückgängig zu machen. "Vielleicht gibt es eine Chance für den Ausstieg aus dem Ausstieg", sagte RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann im Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. In anderen Ländern wie den USA und Japan werde Kernkraftwerken eine Laufzeit von mehr als 50 Jahren zugestanden, in Deutschland seien es aber nur gut 30 Jahre. "Deutsche Kraftwerke sind mindestens genauso sicher wie amerikanische und japanische", ergänzte er. Deutschland könne sich den Ausstieg nicht erlauben, erneuerbare Energien seien kein vollständiger Ersatz. "Wenn die Regierung an ihren Plänen zum Atomausstieg festhält, macht sie Deutschland mit brachialer Gewalt zum Energieimportland."

Großmann zeigte sich offen für neue RWE-Anteilseigner, beispielsweise auch den russischen Energieriesen Gazprom. "Ich bin für freien Kapitalverkehr und nicht für eine defensiv geführte Debatte über die Expansion ausländischer Staatsfonds", sagte er. Die von der Bundesregierung geplanten Kontrollen ausländischer Investitionen lehnte der RWE-Chef entschieden ab. "Aus meiner Sicht braucht man solche zusätzlichen Regeln nicht", erklärte Großmann. Der Standort Deutschland würde wegen seines Kapitalbedarfs im Ausland sogar Schaden nehmen, käme es zu den angedachten Beschränkungen der Investitionsfreiheit ausländischer Anleger.

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