Standortsicherungsvertrag
Ford Deutschland ist sicher

Der Autobauer Ford hat angekündigt, in seinen deutschen Werken bis 2011 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Das Unternehmen schloss einen Standortsicherungsvertrag mit seinen Beschäftigten. Umsonst sind die Zugeständisse aber nicht.

HB KÖLN/SAARLOUIS. Einen entsprechenden Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ bestätigte ein Ford-Sprecher am Montag in Köln. Betroffen sind rund 18 500 Mitarbeiter in Köln und 6 400 Beschäftigte in Saarlouis. Im Gegenzug sollen Kosteneinsparungen erreicht werden, die nach früheren Angaben des Betriebsrates ein Volumen von 200 Mill. Dollar (ca. 166 Mill. Euro) betragen. Die Arbeitnehmer sichern außerdem zu, dass künftige Tariferhöhungen nicht in vollem Umfang weitergegeben werden. Damit würden die Lohnsteigerungen mit bestehenden übertariflichen Zulagen verrechnet.

Der Standortsicherungsvertrag räumt Befürchtungen aus, Ford Deutschland könnte in den Strudel der Probleme bei der US-Mutter geraten. Der zweitgrößte US-Autobauer ist stark angeschlagen. Nach Milliardenverlusten in Nordamerika verbuchte Ford 2005 einen herben Gewinneinbruch. Nun sollen zwischen 25 000 und 30 000 Stellen gestrichen und 14 Werke in Nordamerika bis 2012 geschlossen werden. Somit wäre rund ein Viertel der Belegschaft betroffen.

Bis 2008 will Ford die Kapazitäten um 26 Prozent oder 1,2 Mill. Fahrzeuge verringern. „Unsere Kostenstrukturen werden sich 2006 verbessern und sich danach weiter erholen. Wir wollen im Nordamerika-Geschäft nicht später als 2008 wieder schwarze Zahlen schreiben“, sagte Finanzchef Don Leclair.

Ford ist wie Konkurrent General Motors auf seinem Heimatmarkt mit hohen Überkapazitäten und massiven Absatzproblemen konfrontiert. Die US-Autobauer verlieren Marktanteile an die asiatische Konkurrenz, weil sie zu lange auf hoch motorisierte und Sprit schluckende Geländewagen gesetzt haben. Bei den hohen Benzinpreisen greifen die US-Kunden nun zu sparsameren Autos. General Motors musste deshalb seinen Sparkurs bereits verschärfen und hat den Abbau von 30 000 Stellen binnen drei Jahren angekündigt.

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