Standortvereinbarung
BASF gibt Mitarbeitern Jobgarantie

BASF hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern auf eine neue Standortvereinbarung bis Ende 2015 geeinigt: Darin schließt der Chemieriese für nächsten fünf Jahre betriebsbedingte Kündigungen am Stammsitz in Ludwigshafen aus.
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HB LUDWIGSHAFEN. Die neue Vereinbarung unterstreicht, dass BASF die Konjunkturkrise des vergangenen Jahres inzwischen abgehakt hat und optimistisch nach vorne blickt. Während der Krise waren die Chemie-Anlagen in Ludwigshafen zeitweise nur zu etwas mehr als sechzig Prozent ausgelastet. Nun brummt die Nachfrage wieder und die Auslastung der Werke liegt bei über 80 Prozent. "Wir haben die Krise als Chance genutzt und wir sind verstärkt aus ihr hervorgegangen", sagte BASF-Arbeitsdirektor Harald Schwager. Aktuell beschäftigt BASF an seinem weltweit größten Chemiestandort rund 33 000 Mitarbeiter.

Die neue Standortvereinbarung bei BASF steht in scharfem Kontrast zur Situation des Leverkusener Konkurrenten Bayer . Dort hatte der neue Konzernchef Marijn Dekkers unlängst ein massives Sparprogramm aufgelegt, das allein in Deutschland bis Ende 2012 den Abbau von 1700 Arbeitsplätzen vorsieht. Weltweit will Bayer 4500 Stellen streichen.

BASF kündigte dagegen an, bis Ende 2015 neun bis zehn Mrd. Euro in sein Werk in Ludwigshafen zu stecken. Zwei Drittel davon sollen Investitionen sein, um den Standort auf dem neusten Stand zu halten. Ein Drittel sind für Forschung und Entwicklung vorgesehen.

Die neue Standortvereinbarung ersetzt eine alte aus dem Jahr 2004, die Ende dieses Jahres ausläuft. Sie sah zwar den Abbau von rund 3300 Stellen vor, dabei sollte die Zahl der Beschäftigten bis Ende 2010 aber nicht unter 32 000 fallen.

Konzernchef Jürgen Hambrecht, der seinen Posten im Frühjahr 2011 an Finanzchef Kurt Bock abgibt, hatte dies allerdings unter den Vorbehalt gestellt, dass keine großen wirtschaftlichen Verwerfungen auftreten. Die Konjunkturkrise bewältigte BASF dann aber ohne großen Personaleinschnitte am Stammsitz - auch dank des Einsatzes von Kurzarbeit und flexiblen Arbeitszeiten.

"Wir haben erstmals eine Vereinbarung erzielt, die sich nicht mit Personalabbau beschäftigt", sagte Betriebsratschef Robert Oswald. Dafür enthalte die neue Vereinbarung eine Fortschreibung der Möglichkeit eines flexiblen Einsatzes von Arbeitskräften, um Schwankungen bei der Anlagenauslastung künftig besser abfedern zu können. "Das, was sich in der Krise bewährt hat, wird nun vertraglich fortgeschrieben", sagte der Personalchef von BASF, Hans-Carsten Hansen. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde zudem vereinbart, dass der Anteil von Leiharbeitern weiter steigen kann.

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