Star-Designer Gaultier will nicht mehr für die Stange designen

Der Star-Designer Jean Paul Gaultier verabschiedet sich vom Prêt-à-porter. Statt für die Stange will der Franzose künftig nur noch Haute-Couture und Parfüms produzieren. Das soll die Zukunft seines Unternehmens sichern.
Kommentieren
Jean Paul Gaultier will sie nur noch auf die Haute-Couture konzentrieren. Quelle: ap

Jean Paul Gaultier will sie nur noch auf die Haute-Couture konzentrieren.

(Foto: ap)

ParisDer französische Star-Designer Jean Paul Gaultier macht künftig keine Prêt-à-porter-Mode mehr. Der 62-Jährige, der früher als „enfant terrible“ der Modewelt galt, will sich in Zukunft nur noch auf die Haute-Couture, die Parfüm-Sparte des Konzerns und andere Projekte konzentrieren, wie das Modemagazin „Women's Wear Daily“ am Montag berichtete. Der Modekonzern bestätigte den Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Der Unterschied zwischen Haute Couture und Prêt-à-Porter besteht vor allem darin, dass Haute Couture immer noch von Hand gefertigt wird. In der Prêt-à-porter dagegen wird die Konfektion industriell hergestellt, sinngemäß wird daher auch häufig von einem Produkt „von der Stange“ gesprochen.

Gaultier sagte dem Modemagazin, die Entscheidung sei nach „eingehender Prüfung“ der Zukunft des Unternehmens gefallen, an dem der spanische Mode- und Parfümkonzern Puig Mehrheitsanteile hält. „Wir sind mehrere Möglichkeiten hinsichtlich des aktuellen Stands der Firma durchgegangen und sind zu demselben Schluss gekommen“, sagte der Modeschöpfer. Die letzte Prêt-à-porter-Schau ist am 27. September in Paris zu sehen.

Der Mieten-Boom der Luxus-Einkaufsstraßen
GfK veröffentlicht Konsumklimastudie für Europa
1 von 18

Auf dem internationalen Markt für Luxus-Handel ist Deutschland als Standort etwas Besonderes: Anders als zum Beispiel in Frankreich und Großbritannien, wo sich die Luxusmeilen hauptsächlich auf die Hauptstädte London und Paris konzentrieren, hat Deutschland gleich mehrere große Zentren zum Geldausgeben: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Das macht die Städte besonders attraktiv für die großen Marken wie „Armani“, „Max Mara“ oder „Lacoste“. Immer mehr von ihnen mieten in den Top-Lagen der Innenstädte ein – und lassen die Mieten in Höhe schnellen. In den vergangenen zehn Jahren sind die Flächenpreise in den Luxuslagen in Deutschland um 5,2 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Weltweit stiegen sie in den Toplagen der Weltstädte wie London oder Hong Kong im gleichen Zeitraum nur um 4,6 Prozent.

Quelle: CBRE-Studie „Luxus in Deutschland“

Mainland Chinese shop for luxury goods in Hong Kong
2 von 18

Gerade weil es in Deutschland so viele Luxus-Standorte gibt, sind die Mieten hierzulande im internationalen Vergleich absolut gesehen noch günstig. So kostete ein Quadratmeter Ladenfläche in München im vergangenen Jahr im Schnitt 360 Euro im Monat. In London waren das schon 880 Euro und bei dem Spitzenreiter Hong Kong (auf dem Bild) 2900 Euro monatlich. Würde es in Deutschland ähnlich wie in anderen Ländern nur eine oder zwei Luxusstraßen geben, würde das Land zu den Top-Zehn-Standorten für große Marken zählen, schätzen die Macher der CBRE-Studie.

hamburg (4)
3 von 18

Einige deutsche Einkaufsstraßen sind aber auf bestem Weg auch im internationalen Vergleich als teuer eingestuft zu werden: Wer zum Beispiel auf der Straße „Neuer Wall“ in Hamburg seine Produkte verkaufen möchte, zahlt 2014 neun Prozent mehr Miete als vor zehn Jahren. In der Frankfurter Goethestraße sind es 5,2 Prozent und wer seinen Standort an der Düsseldorfer Königsallee haben möchte, zahlt immerhin 4,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahrzehnt. Die Mieten stiegen in dem Zeitraum deutlich stärker als der Umsatz der Einzelhändler. Dieser erhöhte sich bundesweit um gerade einmal 0,5 Prozent.

Bild: CBRE

München (4)
4 von 18

Weil die Mieten so teuer sind und der Platz knapp, weichen viele der Händler in die nahe gelegenen Nebenstraßen aus. Diese schließen oft direkt an die traditionellen Einkaufsmeilen an, die Preise für Flächen sind dort jedoch nicht ganz so hoch. Insgesamt 25 solcher „Luxuserweiterungslagen“ stehen den Händlern zur Verfügung. Beispiele sind die Perusastraße in München, der Frankfurter Steinweg und die Hohen Bleichen in Hamburg. Wie viel Händler für Flächen in den etablierten Einkaufsstraßen ausgeben und welche neuen Lagen sich ihnen erschließen, zeigen die nachfolgenden Bildern und Grafiken.

Bild: CBRE

Frankfurt (11)
5 von 18

Goethestraße
Frankfurt zählt schon lange zu den luxuriösen Standorten in Deutschland. In den vergangenen zehn Jahren erhöhten sich die Mieten für Ladenflächen in den teuersten Lagen um 5,2 Prozent. Dort, wo die Mittelschicht einkauft, konnten Vermieter dagegen nur 3,8 Prozent mehr verlangen. Die wichtigste Luxusstraße Frankfurts ist die Goethestraße. Sie glänzt zwar nicht unbedingt mit historischem Flair – die meisten Gebäude stammen aus der Nachkriegszeit – dafür aber mit besonders hoher Anzahl an Vermietungen.

Bild: CBRE

FRA Goethestraße Ost (2)
6 von 18

Goethestraße
Zwischen 2011 und 2014 haben sich 22 Händler in der kurzen Straße eingemietet. Damit gehört sie zu den beliebteste Luxuslagen in Deutschland. Die hohe Nachfrage führte dazu, dass sich die Mieten für Konsum- und Luxuslagen 2014 immer stärker angeglichen haben. So kosteten ein Quadratmeter Luxusfläche 300 Euro Miete im Monat, in den auf den Massenkonsum abzielenden Straßen dagegen 320 Euro. Vor fünf Jahren war die Differenz größer: Ein Quadratmeter kostete damals 270 Euro in einer für den Massenkonsum bestimmten Lage, für einen Luxusstandort zahlten die Händler 200 Euro Quadratmeter-Miete im Monat. Normalerweise sind die Mieten in den solchen Straßen höher, in jenen, wo sich die Luxuslabels ansiedeln niedriger.

Bild: CBRE

Autos und Äppelwoi - Frankfurt für Messebummler
7 von 18

Opernplatz und Freßgass

Von der Goethestraße weichen viele Händler auf den nahe gelegenen Opernplatz aus. Anders als in der etablierten Luxusmeile stehen hier auch historische Gebäude, etwa die namensgebende Oper. Der Nachteil des Platzes: Hier gibt es nur wenige Verkaufsflächen. Eine weitere Ergänzungslage für den teuren Einkauf bieten die Nebenstraßen der Frankfurter Freßgass. Dort gibt es inzwischen nicht nur viele hochpreisige Esslokale sondern auch vermehrt teure Kleidergeschäfte.

  • afp
Startseite

0 Kommentare zu "Star-Designer: Gaultier will nicht mehr für die Stange designen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%