Starke Binnennachfrage stützt
Maschinenbau bleibt auf Wachstumskurs

Das Auftragswachstum im deutschen Maschinenbau hat sich im Februar abgeschwächt. Die Branche bleibe aber im In- und Ausland auf Wachstumskurs, berichtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch in Frankfurt.

HB DÜSSELDORF. Der Aufschwung wird immer stärker von einer anziehenden Inlandsnachfrage getragen. Im Februar erzielte der Industriezweig ein Auftragsplus von neun Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Mittwoch mitteilte. „Bei den Inlandsorders verbuchte die Branche inzwischen ihren vierten Monat mit zweistelligen Wachstumsraten in Folge“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Aufträge der heimischen Wirtschaft stiegen im Vorjahresvergleich um zehn Prozent, die von ausländischen Kunden um neun Prozent. Insgesamt schwächte sich das Wachstum jedoch gegenüber den Vormonaten ab. Im Januar hatte es noch bei 25 Prozent gelegen.

Der Aufwärtstrend im deutsche Maschinen- und Anlagenbau war lange Zeit rein exportgetrieben. Die Branche profitierte vor allem von den starken Ausfuhren in die asiatischen Wachstumsregionen China und Indien, während die Orders aus dem Inland stagnierten. Mittlerweile sieht der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) allerdings deutliche Zeichen dafür, dass sich der Investitionsstau auf dem Heimatmarkt gelöst hat und sich der lang ersehnte Aufschwung im Inlandsgeschäft festigt. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatszeitraum von Dezember bis Februar lag der Auftragsanstieg im Inlandsgeschäft mit 22 Prozent deutlich über dem im Auslandsgeschäft von 13 Prozent. Der Gesamtanstieg belief sich ebenfalls auf 13 Prozent.

Inlandsgeschäft verbessert

Das verbesserte Inlandsgeschäft im Maschinenbau ist ein weiterer Beleg für das gestiegene Vertrauen der Unternehmen in die wirtschaftliche Entwicklung. Der am Dienstag veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex für März liegt auf dem höchsten Niveau seit 15 Jahren.

„Das hohe Wachstumsniveau der letzten Monate konnte nicht gehalten werden“, sagte allerdings VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. „Im Ausland bleiben die Order rekordverdächtig hoch, aber die Luft wird dünner.“ Grund dafür sei ein statistischer Effekt, weil die Branche auf den bereits sehr hohen Vorjahresraten nur schwer Zuwächse erreichen könne. Der Maschinenbau gehe jetzt in den normalen Trend hinein. Im Januar sei das Auftragsplus ungewöhnlich hoch ausgefallen, weil die Kunden zu Jahresbeginn neue Budgets vergaben und Großanlagen bestellten.

Der deutsche Maschinenbau erwartet 2006 zum dritten Mal in Folge ein Rekordjahr. Einen so ungewöhnlich langen Zyklus hat die Branche seit 1990 nicht mehr gesehen. Die Produktion soll um zwei Prozent zulegen - nach 4,4 Prozent im vergangenen Jahr. Neue Stellen wird die drittgrößte deutsche Industriebranche mit 862 000 Beschäftigten aber nicht schaffen.

Die Maschinen- und Anlagenbauer erwarten das dritte Wachstumsjahr in Folge. Das stark zyklische Geschäft der Branche mit rund 860 000 Beschäftigten wird dem VDMA zufolge jedoch voraussichtlich weniger stark wachsen als 2005. Die Produktion wird demnach real um lediglich etwa zwei Prozent zulegen nach 4,4 im Vorjahr.

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