Starke Einbußen nach der Gesundheitsreform zwingen zu Sparkurs in Deutschland
Pfizer nimmt harte Einschnitte vor

Der Pharmakonzern Pfizer prüft nach Informationen aus Branchenkreisen eine deutliche Reduzierung seiner Außendienstmannschaft in Deutschland. Fachleute rechnen damit, dass im Zuge einer größeren Umstrukturierung bis zu ein Drittel der bislang rund 1700 Arbeitsplätze im Pfizer-Vertrieb auf den Prüfstand kommen könnte.

HB FRANKFURT. Pfizer hat als Folge der jüngsten Gesundheitsreform starke Umsatzeinbußen zu verkraften und steht daher unter erheblichem Druck, die Kosten zu senken. Zudem hat der Konzern bereits Anfang April ein globales Kostensenkungsprogramm im Umfang von vier Milliarden Dollar angekündigt, zu dem auch die einzelnen Landesgesellschaften beitragen sollen.

Von Pfizer selbst werden größere Einschnitte im Vertrieb nicht bestätigt. Es sei lediglich der Abbau von rund 80 Stellen geplant, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Darüber hinaus laufe im Zuge des globalen Kostensenkungsprogramms eine Überprüfung aller Bereiche des Unternehmens.

Fachleute aus der Branche gehen indessen davon aus, dass der US-Konzern angesichts der extrem schwachen Entwicklung seines Deutschland-Geschäfts um härtere Einschnitte kaum herumkommen wird. Der Konzern befindet sich insofern in einer besonders schwierigen Situation, als er aufgrund der neuen Festbetrags-Regelung seit Jahresbeginn drastische Umsatzeinbußen für sein bisheriges Hauptprodukt, den Cholesterinsenker Sortis, hinnehmen muss.

Pfizer hat sich geweigert, mit dem Preis von Sortis auf das neue, seit Jahresbeginn geltende Höchst-Erstattungsniveau für Cholesterinmedikamente herunterzugehen. Als Folge davon ging der Umsatz des bisherigen Bestsellers in den vergangenen Monaten um rund 70 Prozent zurück. Der Gesamtumsatz von Pfizer auf dem deutschen Apothekenmarkt ist nach Daten von NDC Health im ersten Halbjahr um rund ein Fünftel auf 430 Mill. Euro eingebrochen, während der Gesamtmarkt um gut acht Prozent zulegte.

Vor diesem Hintergrund dürfte der Pharmahersteller in Deutschland unter besonders starkem Druck stehen, seine Strukturen anzupassen und die Kosten herunter zu fahren. Insgesamt beschäftigt Pfizer in Deutschland noch rund 5 200 Mitarbeiter, davon 2 400 in der Produktion, wo ein Personalabbau derzeit offenbar kein Thema ist.

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