Starke Nachahmerkonkurrenz
Keine Gewinnsprünge bei Eli Lilly erwartet

Für das laufende Jahr rechnet der US-Pharmakonzern mit einem Gewinn auf Vorjahresniveau. Ursache ist die schwache Umsatzentwicklung älterer Produkte, wie die des ehemaligen Verkaufsschlagers Prozac. Jüngste US-Marktstarts neuer Medikamente konnten bislang nicht viel für das Unternehmen ausgleichen.

HB NEW YORK. Eli Lilly rechne für das Gesamtjahr 2003 mit einem Gewinn je Aktie von 2,55 bis 2,60 Dollar, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Im Vorjahr hatte der Konzern einen Gewinn je Aktie von 2,57 Dollar erwirtschaftet. Mit seiner Prognose lag Lilly aber am oberen Ende eigener früherer Erwartungen, die auf einen Überschuss zwischen 2,50 Dollar und 2,60 Dollar je Aktie lauteten.

Der Konzern, dessen Gewinnentwicklung zuletzt unter anderem durch starke Nachahmerkonkurrenz für die „Glückspille“ Prozac ins Stocken geraten war, stellte seine Jahresprognose auf einer Analystenveranstaltung in New York vor. Dort präsentiert Lilly auch seine Forschungspipeline an neuen Präparaten. An der Wall Street legte die Lilly-Aktie gegen einen schwächeren Trend am Gesamtmarkt um 0,54 Prozent auf 61,36 Dollar zu.

Für 2004 gibt es noch keine Prognose

Für das Jahr 2004 will Lilly bis Januar keine Geschäftsprognose geben. „Wir werden einen Ausblick für das Ergebnis je Aktie in 2004 im Januar geben, nachdem mehr Klarheit über den Zeitpunkt des Marktstarts von Cymbalta sowie anderer Arzneimittelkandidaten in in der späten Entwicklungsstufe besteht“, sagte Lilly-Finanzchef Charles Golden in einer Mitteilung. Cymbalta ist ein Mittel gegen Depressionen, das nach Einschätzung von Experten das Potenzial zu einem Blockbuster mit Spitzenumsätzen von mehr als einer Milliarde Dollar hat. Zu den neuen Medikamenten zählt auch die Potenzpille Cialis, mit der der Konzern in Konkurrenz zu Martführer Pfizer und dessen Viagra sowie mit Levitra von Bayer und GlaxoSmithKline treten will.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hält sich bislang aber mit einer Zulassung von Cymbalta sowie einer injizierbaren Form des Mittels gegen Schizophrenie Zyprexa wegen Produktionsproblemen in den Anlagen in Indianapolis zurück. Investoren seien daher heute weiterhin sehr vorsichtig hinichtlich der Gewinnerwartungen für Lilly im kommenden Jahr, sagte Robert Hazlett, Analyst bei SunTrust Robinson Humphrey. Nach seiner Einschätzung wolle Lilly die Analysten davon zu überzeugen versuchen, dass der Konzern mit den neuen Produkten aus den Forschungslabors zu seinem langfristigen Wachstumspfad zurückfinde.

Für das laufende dritte Quartal dieses Jahres bekräftigte Lilly am Freitag frühere Prognosen, nach denen mit einem Gewinn je Aktie leicht unter Vorjahr von 65 bis 67 Cent gerechnet werde. Im dritten Jahresviertel 2002 waren es 68 Cent. Von Reuters Research befragte Analysten erwarteten zuletzt im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 66 Cent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%