Starke Nachfrage bei Kupferprodukten
Norddeutsche Affinerie ist zufrieden

Europas größter Kupferhersteller Norddeutsche Affinerie (NA) ist mit dem Ergebnis der ersten neun Monate 2003/04 zufrieden. Dank starker Nachfrage wurden Gewinn und Umsatz gesteigert. Das dritte Quartal sei ausgezeichnet verlaufen, teilte der Kupfererzeuger am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen mit.

HB HAMBURG. „Wir produzieren an den vier NA-Standorten an der Kapazitätsgrenze und verfügen über eine gute Auftragslage“, sagte Konzernchef Werner Marnette am Dienstag in Hamburg. „An allen Standorten werden schwarze Zahlen geschrieben.“ Dank hoher Kapazitätsauslastung aller Anlagen sei die NA „auf einem sehr guten Wege“ eine Dividende auszuschütten, nachdem die Aktionäre im vergangenen Jahr darauf verzichten mussten. Eine konkrete Gewinnprognose machte das Unternehmen allerdings nicht. Das Ergebnis werde „solide“ sein, sagte Marnette lediglich. In den ersten neun Monaten 2003/2004 steigerte die NA Gewinn und Umsatz deutlich. Die im MDax gelisteten Aktien legten am Dienstag bis zu zwei Prozent auf 12,20 € zu.

Der anhaltend hohe Kupferpreis habe für eine durchgreifende Erholung auf den Rohstoffmärkten gesorgt, teilte das Unternehmen mit. Trotz zeitweise leicht geringerer Nachfrage aus China sei Kupfer weltweit knapp. „Der hohe, volatile Kupferpreis spiegelt diese Knappheit wider“, erläuterte Marnette. In den ersten neun Monaten wuchs der Vorsteuergewinn auf 26 (Vorjahr: 3) Mill. €, der Umsatz kletterte auf 1,776 (1,321) Mrd. €. Allein im dritten Quartal habe der Vorsteuergewinn bei 19 Mill. € gelegen nach 14 Mill. € im Vorquartal. „Die Zahlen, die wir heute vorgestellt haben, geben uns Grund zum Optimismus“, sagte Marnette. Er rechne damit, dass sowohl Nachfrage als auch die Preise für Kupfer stabil blieben. „Wir sind eindeutig am Beginn eines neuen Kupferpreis-Zyklus, der nach unserer Einschätzung mehrere Jahre halten wird.“ Besonders die Nachfrage aus Asien heize die Preise an.

Analyst Thorsten Zimmermann von HSBC Trinkaus & Burkhardt kündigte nach den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen an, seine Schätzungen für das Jahr 2004 und 2005 anheben zu wollen. Er bewertet die Aktien mit „Buy“.

Im abgelaufenen Quartal seien bei Herstellung und Absatz von Kupferprodukten Höchstwerte erreicht worden. So seien mit 110 000 Tonnen rund 14 % mehr Gießwalzdraht, ein Vorprodukt für Drähte, hergestellt worden. Bei den in der IT-Branche nachgefragten Stranggussformaten erhöhte sich die Produktion sogar um 60 %. Die Kathodenproduktion erhöhte sich leicht auf 137 000 Tonnen. „Die Orderbücher für die kommenden Monate sind voll. Wir könnten mehr verkaufen als wir produzieren können“, sagte Marnette.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen unter anderem wegen der schwachen Konjunktur und Verlusten bei Tochtergesellschaften einen herben Gewinneinbruch verbucht und ein Sparprogramm eingeleitet. Zudem hatten die Aktionäre erstmals seit Börsengang im Jahr 1998 auf eine Gewinnausschüttung verzichten müssen.

NA produziert jährlich circa 800 000 Tonnen Kupfer und Kupferprodukte und beschäftigt 3 200 Mitarbeiter. Kerngeschäft ist die Gewinnung von Kupferkathoden aus Kupferkonzentraten, Altkupfer und Recyclingstoffen.

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