Starke Umsatzzahlen
Diagnostik wächst stärker als Pharma

Das Geschäft mit In-Vitro-Diagnostika hat in diesem Jahr stark zugelegt. Die Branche wächst momentan sogar stärker als der Medikamentenmarkt. Besonders stark präsentiert sich die Hildener Biotechfirma Qiagen: Ihr Umsatz legte in drei Quartalen um 50 Prozent zu. Diagnostika könnten enorm an Bedeutung gewinnen.

FRANKFURT. Im Gesundheitssektor deutet sich eine Art Favoritenwechsel an: Erstmals seit vielen Jahren wächst 2008 das Geschäft mit sogenannten In-Vitro-Diagnostika stärker als der Medikamentenmarkt. Dafür sprechen die Quartalsdaten führender Anbieter solcher Reagenzien und Testsysteme für die medizinische Diagnostik.

Besonders starkes Wachstum meldete gestern die Hildener Biotechfirma Qiagen, die inzwischen etwa die Hälfte ihres Geschäfts mit Diagnostika bestreitet. Qiagen steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten um rund 50 Prozent auf 656 Mio. Dollar und im dritten Quartal alleine um knapp ein Drittel auf 231 Mio. Dollar. Der Betriebsgewinn legte um gut die Hälfte auf knapp 67 Mio. Dollar zu. Zugleich hat das Unternehmen seine Ertragsprognose für das Gesamtjahr leicht angehoben, was die Börse gestern mit einem Kursplus von mehr als acht Prozent honorierte.

Zwar werden die Qiagen-Zahlen stark von Akquisitionen geprägt, etwa der Übernahme des US-Diagnostikherstellers Digene im Vorjahr. Aber auch bereinigt um diese Effekte und die Dollarabwertung ergibt sich nach Unternehmensangaben noch ein organisches Wachstum von insgesamt 14 Prozent und rund 20 Prozent im reinen Diagnostikgeschäft.

Auch andere Branchenvertreter warteten mit vergleichsweise kräftigen Wachstumsraten auf. Beim US-Konzern Johnson & Johnson etwa legten Diagnostika währungsbereinigt um sieben Prozent zu, während das Pharmageschäft um fast zwei Prozent schrumpfte. Auch bei Roche und Bayer zeigten Diagnostika in den ersten neun Monaten 2008 stärkere Dynamik als das Pharmageschäft. Lediglich der Siemens-Konzern, der sich in den vergangenen Jahren mit mehreren Übernahmen in das Diagnostik-Geschäft einkaufte, hat bisher nur ein relativ mageres organisches Wachstum ausgewiesen.

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