Starke Zahlen und Prognoseerhöhung
Merck überrascht Analysten

Nach der geplatzten Übernahme von Schering kommt beim Darmstädter Chemiekonzern Merck wieder Optimismus auf: Nach einem unerwartet kräftigen Gewinnanstieg im ersten Quartal hat Merck die Prognosen für das Gesamtjahr angehoben. Der Konzern schnitt in allen Sparten gleichmäßig gut ab.

HB FRANKFURT. „Das war ein sehr ereignisreiches erstes Quartal für Merck", resümierte der Vorstandsvorsitzende Michael Römer das überraschend gute Ergebnis. Nachdem der Konzern im Rennen um die Berliner Schering gegen Bayer gescheitert war, steht das Unternehmen angesichts florierender Umsätze und hoher Gewinne nun wieder besser da.

Der operative Gewinn habe sich um 45,6 Prozent auf 288,4 Mill. Euro erhöht, teilte Merck am Donnerstag in Darmstadt mit. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit einem operativen Gewinn von 238 Mill. Euro gerechnet. Der Konzernumsatz erhöhte sich binnen Jahresfrist um 16 Prozent auf knapp 1,6 Mrd. Euro. Für 2006 erwartet Merck nun zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und operativem Gewinn. Bislang hatte Merck für 2006 einen Umsatzzuwachs vor Sondermaßnahmen und nach Steuern einen Anstieg des operativen Gewinns im einstelligen Prozentbereich angekündigt und auch beim Umsatz einen Zuwachs in derselben Größenordnung in Aussicht gestellt.

Zu dem jetzigen Zuwachs hätten alle Sparten - angeführt von dem Geschäft mit Flüssigkristallen sowie mit verschreibungspflichtigen Originalpräparaten - beigetragen. Alleine die Sparte Flüssigkristalle verzeichnete ein Umsatzwachstum von 60 Prozent auf 233 Mill. Euro. Die Kristalle, bei deren Herstellung Merck Weltmarktführer ist, kommen unter anderem in Flachbildschirmen, Handy-Displays und Notebooks zum Einsatz. Mit ihrem neuen Krebsmittel Erbitux - der größte Pharma-Hoffnungsträger von Merck - erzielten die Darmstädter im Auftaktquartal einen Umsatzanstieg von 14 Prozent auf 74 Mill. Euro. Auch für das Gesamtjahr geht Merck von weiteren Erlöszuwächsen mit Erbitux aus.

Als weiterer positiver Faktor seien Kosten in Höhe von 19 Mill. Euro als Sondermaßnahme im ersten Quartal berücksichtigt worden. Diese stehen im Zusammenhang mit den vorherigen Bemühungen, die Schering AG zu übernehmen, . Merck halte immer noch knapp 5 Prozent der gesamten Schering-Aktien, die vor dem 13. März am freien Markt zu einem Durchschnittspreis von 57,50 Euro erworben worden seien.

Wegen der guten Aussichten notierten Merck-Aktien im vorbörslichen Handel des Brokers Lang & Schwarz rund zwei Prozent höher. Ein Händler beurteilte die Zahlen von Merck als positiv: Mit einem solchen Ergebnis habe man nicht gerechnet. Entscheidend daran sei vor allem, daß Merck nun den Kampf gegen Puma um den Börsenplatz im Dax wieder aufnehmen kann, der wegen der Übernahme von Schering durch Bayer frei wird.

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