Starke Zahlen zum Auftakt der Quartals-Saison
Pharmabranche demonstriert Stärke

Während viele Industrien vor der Finanz- und Konjunkturkrise zittern, unterstreicht die Pharmabranche in diesen Tagen ihre Stärke. Sie generiert hohe Erträge, üppige Cashflows und sucht weiterhin nach Möglichkeiten, ihre Arzneimittel-Sortimente durch neue Produkte oder Geschäftsfelder zu ergänzen. Nicht wenige Branchenbeobachter vermuten, dass die momentane Krise den kapitalstarken Arzneimittelriesen dafür sogar neue Chancen bieten könnte.

FRANKFURT. Wie wenig das Pharmageschäft bislang von Konjunktursorgen belastet wird, zeigen die ersten Zahlen für das dritte Quartal. Die beiden US-Konzerne Johnson & Johnson und Abbott haben nicht nur die Erwartungen des Marktes übertroffen, sondern auch ihre Prognosen für das Gesamtjahr angehoben.

Bei Abbott sorgte unter anderem das erfolgreiche Thrombosemittel Humira für einen Umsatzanstieg um 17 Prozent auf 7,5 Mrd. Dollar. Dabei legte das Nettoergebnis um rund 50 Prozent auf fast 1,1 Mrd. Dollar zu.

Johnson & Johnson steigerte den Umsatz im dritten Quartal um sechs Prozent auf knapp 16 Mrd. Dollar und den Nettogewinn dank einiger Sondereffekte um fast ein Drittel auf 3,3 Mrd. Dollar. Das eigentliche Arzneimittelgeschäft war dabei zwar nicht unbedingt ein Glanzlicht für den Gesundheitskonzern. Hier sank der Umsatz währungsbereinigt um mehr als zwei Prozent auf sechs Mrd. Dollar. Deutliche Zuwächse verbuchte J&J dagegen in der Medizintechnik und mit anderen Konsum- und Gesundheitsprodukten.

Der Biotech-Konzern Genentech, bei dem Mehrheitseigner Roche die komplette Kontrolle übernehmen will, hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr zwar leicht zurückgenommen. Doch wird dies ausschließlich auf ein Bonus-Programm zurückgeführt, mit dem Genentech das Abwandern wichtiger Mitarbeiter verhindern will. Die Zahlen des Biotechspezialisten - 17 Prozent Umsatzwachstum und sieben Prozent Gewinnsteigerung - wurden von Analysten als Indiz dafür interpretiert, dass auch der Mehrheitseigner und Kooperationspartner Roche mit guten Resultaten aufwarten wird. Roche wird ebenso wie eine Reihe weiterer großer Pharmakonzerne in der kommenden Woche Quartalszahlen vorlegen. Insgesamt erwarten Marktforscher für den Weltpharmamarkt für 2008 ein Wachstum von etwa fünf bis sechs Prozent.

Allerdings: Auch die Pharmabranche kämpft mit einigen Problemen. Sie resultieren aber kaum aus Konjunktur-Risiken, sondern vor allem aus strukturellen und regulatorischen Veränderungen. So ist unter anderem wegen höherer Sicherheits-Anforderungen die Entwicklung neuer Medikamente wesentlich schwieriger und aufwendiger geworden. Gleichzeitig naht der Ablauf zahlreicher wichtiger Patente. Für eine Reihe von Unternehmen fürchten Branchenkenner daher eine schmerzhafte Umsatzdelle ab Anfang des kommenden Jahrzehnts.

Seite 1:

Pharmabranche demonstriert Stärke

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%