Starke Zuwächse trotz abflauender Konjunktur
Evonik hebt Prognose an

Der Essener Mischkonzern Evonik hat im ersten Halbjahr prozentual zweistellige Zuwächse bei Umsatz und operativem Ergebnis erzielt. Trotz Finanzkrise und hoher Rohstoffpreise legten alle drei Sparten Chemie, Energie und Immobilien zu. Die Konkurrenz steht allerdings ebenfalls gut da.

HB DÜSSELDORF. Evonik schraubt seine Erwartungen trotz der sich abschwächenden Chemie-Konjunktur nach oben. Für das laufende Jahr erwartet der Essener Konzern mit seinen Sparten Chemie, Energie und Immobilien nun einen prozentualen Umsatzzuwachs „im hohen einstelligen Bereich“ - bisher sollte er nur leicht über Vorjahr liegen. Konzernchef Werner Müller stellte am Montag einen leichten Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Aussicht.

Mit dem neuen Anteilseigner CVC im Rücken legte Evonik im Halbjahr ungeachtet der Folgen der Finanzkrise, des starken Euro und der explodierenden Rohstoffpreise prozentual zweistellig zu. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 7,93 (7,1) Mrd. Euro. Das Ebit legte um 17 Prozent auf 869 (742) Mill. Euro zu. „Unsere drei Säulen sind wetterfest“, bilanzierte Müller. Evonik habe „den widrigen weltwirtschaftlichen Entwicklungen getrotzt“. Alle Sparten hätten zum Wachstum beigetragen. Der Konzerngewinn lag mit 522 Mill. Euro unter dem Ergebnis des Vorjahres, das aber durch Einmaleffekte wie Veräußerungsgewinne getrieben worden war.

Im Chemiebereich um die ehemalige Degussa konnte Evonik die Teuerung der Rohstoffe teils durch Preiserhöhungen an die Kunden abwälzen. Aber auch die Mengen legten zu. Zum organischen Umsatzwachstum von zwölf Prozent trugen gestiegene Preise acht Prozentpunkte bei und höhere Mengen vier Prozentpunkte bei. Mit der Sparte ist Evonik vor allem in der profitablen Spezialchemie tätig. Ähnliche Relationen hatte auch der Konkurrent BASF vermeldet. Müller hatte erst im Juni Zukäufe im Chemie-Bereich nicht ausgeschlossen und gesagt, Evonik könnte Chancen aus einer Konsolidierung der Branche nutzen.

Auch der britische Finanzinvestor CVC, der im Juni für 2,4 Mrd. Euro den Zuschlag für eine Beteiligung von 25,01 Prozent an Evonik bekommen hatte, kennt sich von früheren Investments her gut in der Chemiebranche aus. CVC setzt darauf, dass Evonik an die Börse geht und in fünf Jahren im Dax notiert ist. Die restlichen Anteile an dem Essener Konzern liegen bei der RAG-Stiftung, die mit Einnahmen aus Anteilsverkäufen Risiken aus dem deutschen Steinkohlebergbau abdecken soll, der unter ihrem Dach gebündelt ist.

Mit seinen guten Zahlen steht Evonik nicht alleine da. Die Chemiekonzerne BASF und Lanxess hatten in den vergangenen Wochen ebenfalls starke Umsatz- und Ergebniszuwächse vermeldet und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Preissteigerungen trugen maßgeblich zu den guten Ergebnissen bei.

Bei Lanxess nahm der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und Sondereinflüssen im zweiten Jahresviertel um 5,7 Prozent auf 223 Mill. Euro zu. Lanxess setzte im Zeitraum April bis Juni mit 1,765 Mrd. Euro 2,2 Prozent mehr um als vor Jahresfrist.

Bei BASF ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sonderposten - wie etwa Restrukturierungen - von April bis Juni um 19 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro gestiegen. Der weltweite Branchenprimus setzte 16,3 Mrd. Euro um - ein Plus von elf Prozent binnen Jahresfrist.

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