Starker Einbruch bei Chemiebranche
BASF will mit Gewinn durch die Flaute

Die Konjunkturaussichten für die Chemiebranche sind desolat. Dennoch geht der Branchenführer BASF davon aus, die ungewöhnliche Schwächephase mit vergleichsweise soliden Ertragszahlen zu überstehen und seine Position in der Industrie zu verstärken. Diese Botschaft vermittelte Konzernchef Jürgen Hambrecht am Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz für 2008.

FRANKFURT. Seinen überwiegend düsteren Ausblick auf die Marktsituation hat BASF-Chef Jürgen Hambrecht dabei nicht revidiert. Die Nachfrage nach Chemieprodukten habe sich seit Anfang 2009 nicht belebt. "Im Gegenteil, die Lage auf unseren Absatzmärkten verschärft sich, die Vorräte in den Wertschöpfungsketten sind noch zu hoch. Die Chemieindustrie schrumpft deshalb weiter", sagte Hambrecht am Donnerstag.

Zwar werde sich der Nachfragerückgang im Jahresverlauf voraussichtlich verlangsamen, ein Turn-around sei damit aber noch keineswegs vorgezeichnet. Wachstum in Ländern wie Indien und China werde nicht ausreichen, um einen Marktrückgang von schätzungsweise fünf Prozent in Europa und Nordamerika auszugleichen. Auf die schlechten Aussichten und die nach wie vor schwache Kapazitätsauslastung von weniger als 75 Prozent reagiert BAFS mit einer beschleunigten Restrukturierung und der Schließung von unrentablen Werken in Asien, den USA und Europa. Dadurch sollen mindestens 1 500 Arbeitsplätze entfallen.

Gemessen an der sehr schwierigen Branchensituation legte das BASF-Management am Donnerstag allerdings eine vergleichsweise ehrgeizige Ertragsprognose vor. Der Chemieriese rechnet danach für 2009 zwar mit einem Umsatzminus und einem noch stärkeren Rückgang des Betriebsgewinns, bedingt unter anderem durch Integrationskosten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Übernahme des Schweizer Spezialchemieherstellers Ciba. Man strebe aber an, zumindest die Kapitalkosten zu verdienen und die Dividende konstant zu halten, sagte Hambrecht.

Um seine Kapitalkosten von neun Prozent bezogen auf das operativ eingesetzte Vermögen zu verdienen, dürfte der Ludwigshafener Konzern einen Betriebsgewinn von deutlich mehr als 3,5 Mrd. Euro (nach nicht anrechenbaren Ertragssteuern auf die Ölproduktion) benötigen, was gegenüber dem Vorjahr lediglich einem Rückgang von etwa einem Drittel entsprechen würde. Die Aktie des Konzerns reagierte auf diese Aussagen am Donnerstag mit einem Kursgewinn von zeitweise mehr als acht Prozent. Analysten zeigten sich zum Teil enttäuscht von den Quartalszahlen; positiv bewerte man aber das Ziel, die Dividende stabil zu halten, heißt es in einem Kommentar der Dresdner Bank.

Dabei hat der Konjunktureinbruch im vierten Quartal auch bei dem Ludwigshafener Konzern deutliche Spuren hinterlassen. Heftige Ertragsrückgänge im Geschäft mit Chemikalien, Kunststoffen und Funktionsprodukten wie Bauchemikalien und Katalysatoren führten zu einem Einbruch des Betriebsgewinns um vier Fünftel und einem Nettoverlust von 313 Mio. Euro - der erste Quartalsverlust seit acht Jahren. Da der Konzern bis September noch Zuwächse verbucht hatte, schrumpfte der Betriebsgewinn im Gesamtjahr lediglich um elf Prozent und der Nettogewinn um gut ein Viertel auf 2,9 Mrd. Euro.

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