Starker Export
Deutsche Pkw-Nachfrage ist weiter mau

Vom lang ersehnten Aufschwung der deutschen Autokonjunktur ist nach Brancheneinschätzung nichts zu sehen. Auf die deutsche Pkw-Nachfrage war kein Verlass, die Stütze des Pkw-Geschäfts war im Mai der starke Export.

HB HAMBURG. Die Pkw-Neuzulassungen hätten im vergangenen Monat zwar um neun Prozent auf 331 000 Einheiten zugenommen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag auf Grundlage vorläufiger Zahlen mit. Allerdings sei der Anstieg durch die höhere Zahl an Verkaufstagen verursacht worden. Bereinigt um diesen Effekt hätten die Neuanmeldungen um ein Prozent abgenommen. „Ein verstetigter Aufschwung im Pkw-Geschäft lässt nach wie vor auf sich warten“, bilanzierte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Seit Jahresbeginn registrierte der VDA 1,4 Mill. Pkw-Neuzulassungen, das waren drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die amtliche Zulassungsstatistik für Mai will das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch veröffentlichen.

Stütze des Pkw-Geschäfts war nach VDA-Angaben auch im Mai der starke Export. Demnach wurden rund 340 000 Fahrzeuge ins Ausland geliefert, 20 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Produktion erhöhte sich um 21 Prozent auf 488 000 Einheiten. Auch ein Orderschub um 21 Prozent aus dem Inland im Mai ist nach VDA-Einschätzung kein Beleg für eine Konjunkturbelebung. Die inländischen Bestellungen seien durch den statistischen Effekt der höheren Zahl an Arbeitstagen sowie angekündigte Preiserhöhungen verzerrt, teilte der Verband mit. Seit Jahresbeginn seien vier Prozent mehr Personenwagen bestellt worden. Mit fünf Prozent mehr Orders bleibe das Auslandsgeschäft weiter Zugpferd der deutschen Automobilindustrie.

Marktforscher warnten davor, die Belebung allein auf statistische Effekte zurückzuführen. „Wenn es einen Aufschwung gibt, kann der Mai ein erstes Zeichen dafür sein“, sagte Ulrich Winzen, Analyst des renommierten Essener Instituts Polk.

Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Marktforschungsunternehmens B&D Forecast, sagte, der Trend der Autokonjunktur sei nach wie vor nach oben gerichtet. Hinweise, dass der Anstieg im Mai durch Tageszulassungen geschönt sei, gebe es nicht. Durch kurzzeitige Zulassungen versuchen Händler gegen Monatsende oft, die Absätze anzukurbeln. Für 2006 rechnet der VDA unverändert mit einem marginalen Anstieg der Pkw-Neuzulassungen auf 3,35 Mill. Einheiten - kaum mehr als die 3,34 Mill. Fahrzeuge, die die Branche im vergangenen Jahr absetzte.

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