Starker Personalaufbau und die Euro-Aufwertung belasten das Jahresergebnis
Boehringer will Vertrieb weiter ausbauen

Hohe Investitionen in Produktion und Vertrieb haben die Ertragsentwicklung beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim gebremst. Der Betriebsgewinn sank im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 900 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte.

shf INGELHEIM. Auch im laufenden Jahr werde der Ausbau die Gewinn nochmals leicht belasten. Vom Jahr 2005 an wolle man jedoch wieder zur früheren Ertragskraft zurückfinden, sagte Alessandro Banchi, Sprecher der Geschäftsführung, bei der Bilanzvorlage.

Der führende deutsche Pharmahersteller trifft derzeit Vorbereitungen für mehrere Produktneueinführungen, darunter die Einführung des erfolgreichen Atemwegsmedikaments Spiriva in den USA. Zudem will das Familienunternehmen neue Medikamente gegen Inkontinenz und Aids auf den Markt bringen sowie das Marketing für das das wichtige Herzmittel Micardis intensivieren. Im Zuge dieser Strategie baut der Konzern unter anderem den Außendienst in den USA massiv aus. Weltweit hat Boehringer in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der Mitarbeiter um gut ein Fünftel auf 34 000 erhöht. Weitere rund 2 700 Stellen sollen in diesem Jahr hinzukommen.

Finanzchef Marbod Muff sagte, die Entwicklung zeige, „ dass wir als unabhängiges Familienunternehmen in unaufgeregter Weise das tun können, was in jedem Unternehmen in bestimmten Wachstumsphasen erforderlich ist: in die Zukunft zu investieren.“

Der Umsatz des Konzerns ist im vergangenen Jahr um knapp 3 % auf 7,38 Mrd. Euro gesunken, legte währungsbereinigt aber um knapp 8 % zu. Im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, das gut zwei Drittel zum Gesamtumsatz beisteuert, legte die Gruppe in lokalen Währungen nach eigenen Angaben sogar um rund 12 % zu. Maßgeblich dazu beigetragen hat das Geschäft mit Spiriva in Europa. Bis 2005 hofft Boehringer, den Umsatz mit diesem Mittel auf 1 Mrd. Euro zu vervierfachen.

Während der Nettogewinn 2003 um 1% auf 529 Mill. Euro schrumpfte, hat sich der frei verfügbare Cash-Zufluss (nach Sachinvestitionen) bereits um ein Drittel auf rund 1 Mrd. Euro erhöht. Mit rund 3 Mrd. Euro Netto-Liquidität verfügt Boehringer inzwischen über eine der üppigsten Kriegskassen in der Branche. Große Akquisitionen sind allerdings nicht geplant.

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