Starker Produktionsrückgang
Stahlkonzerne schreiben das Jahr ab

Die Stahlkonzerne Salzgitter und Klöckner & Co stellen sich auf eine Markterholung in der zweiten Jahreshälfte ein. Die wird aber nicht ausreichen, um aus der Verlustzone zu kommen. Die Salzgitter AG, Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher, begrub am Donnerstag die Hoffnungen, im laufenden Geschäftsjahr die schwarzen Zahlen zu erreichen.

FRANKFURT. Wie in den ersten sechs Monaten des Jahres werden auch in der zweiten Jahreshälfte rote Zahlen anfallen – und damit auch ein Vorsteuerverlust für das Gesamtjahr.

Die Lage am Stahlmarkt hat sich in den vergangenen Wochen erholt. Die Absatzmengen und auch die Preise ziehen an, berichtete Thomas Ludwig, Chef des Duisburger Stahlhändlers Klöckner. Unter dem Eindruck der Finanzkrise hatten sich seit Herbst 2008 Preise und Stahlproduktion mehr als halbiert. Der starke Rückgang hängt neben dem gesunkenen realen Verbrauch mit dem Abbau der Lagerbestände zusammen.

Statt neuen Stahl zu ordern, bedienten sich die Kunden aus ihren Beständen. Dieser Prozess sei nun weitgehend abgeschlossen, die Abnehmer füllten ihre Läger wieder, sagte Hermann Reith, Analyst der BHF-Bank. Dieser Prozess werde noch bis Ende September laufen. „Dann wird sich zeigen, wie die reale Nachfrage ist.“ Experten sehen diese bei rund 80 Prozent der 2007 und 2008 erreichten Rekordniveaus.

Salzgitter-Chef Wolfgang Leese warnte vor zu großen Erwartungen. Der Konzern registrierte zwar eine Aufhellung der Lage, aber ein nachhaltiger Turnaround der Verhältnisse am Stahlmarkt ist nicht erkennbar.

Klöckner-Chef Ludwig zeigte sich da optimistisch. „Der Sturm scheint langsam abzuklingen.“ Bedenken, dass die Nachfrage nach dem Auffüllen der Läger abklingen könnte, wies er zurück. „Ich kann keine Indikation erkennen, wonach es Anfang 2010 zu einem Rückschlag kommen könnte“, sagte er. Klöckner rüstet sich daher für Zukäufe, um seine Marktposition auszubauen. „Wir sehen den Zeitpunkt gekommen, um durch Akquisitionen zu wachsen“, sagte Finanzchef Gisbert Rühl.

Mit dem Einbruch der Stahlmärkte hatte Klöckner seine Übernahmepläne zurückgestellt. Das Unternehmen verbuchte im ersten Halbjahr einen operativen Verlust von 197 Mio. Euro, der Umsatz schrumpfte von 3,6 Mrd. auf 2,1 Mrd. Euro

Der Umsatz von Salzgitter sank um ein Drittel auf 4,1 Mrd. Euro und der Vorsteuerverlust brach auf 195 Mio. Euro ein. Im Vorjahr waren es 646 Mio. Euro.

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