Starker Yen belastet auch
Fehlende neue Modelle belasten Honda

Japans zweitgrößter Autohersteller Honda hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2003/04 einen unerwartet deutlichen Gewinnrückgang erlitten.

Reuters TOKIO. Als Grund nannte der Konzern einen schwachen US-Absatz wegen des starken Yen sowie den Mangel an neuen Modellen. Den Ausblick für das Gesamtjahr schraubte das Unternehmen dennoch nach oben.

In den drei Monaten bis Ende Juni sei der operative Gewinn auf 150,18 Milliarden Yen (rund 1,09 Milliarden Euro) von 170,82 Milliarden Yen gesunken, teilte das Unternehmen, das zugleich weltgrößter Hersteller von Motorrädern ist, am Dienstag mit. Der Umsatz sei aber um 3,7 Prozent auf 2,008 Billionen Yen ausgeweitet worden. Analysten hatten im Schnitt einen operativen Gewinn von 157 Milliarden Yen vorausgesagt.

Honda ist der erste der japanischen Autokonzerne, der sein Ergebnis für die ersten drei Monate des Fiskaljahres 2003/04 vorgelegt hat. Im Vergleich mit den übrigen Unternehmen der Branche fällt die operative Gewinnspanne bei Honda aber mit 7,5 Prozent niedriger aus, als bei den Konkurrenten. So erzielt Toyota als größter japanischer Autohersteller 8,5 Prozent und die zum französischen Autokonzern Renault gehörende Nissan 10,8 Prozent.

Belastet wurden die Ergebnisse von Honda, wie auch die anderer japanischer Autokonzerne, durch den starken Anstieg des Yen zum Dollar. Zudem musste Honda auch am hart umkämpften heimischen Markt angesichts einer in die Jahre gekommenen Modell-Palette Absatzverluste hinnehmen. Seit Jahresbeginn schrumpfte der Absatz von Honda-Autos in Japan zum Vorjahr um 35 Prozent. In Europa konnte der Konzern seine Verkaufszahlen trotz des zum Euro deutlich schwächeren Yen nur halten.

Wegen der unerwartet deutlichen Verkaufseinbußen im bisherigen Jahresverlauf senkte Honda seien Absatzprognose für das Gesamtjahr im Inland auf 815 000 von zuvor erwarteten 855 000 Autos. International rechnet Honda aber unter anderem wegen neuer Modelle, die im Jahresverlauf an den Markt gebracht werden sollen, mit einem Absatzplus von elf Prozent.

Die Ergebniserwartung schraubt der Konzern wegen erhoffter günstigerer Wechselkurse nach oben. So geht das Unternehmen jetzt von einem Kurs zum Dollar von 117 nach 116 Yen aus. Zum Euro werde ein Wechselkurs von 126 anstelle von 125 Yen angenommen. In dem Jahr zum 31. März 2004 werde nun ein Rückgang des operativen Gewinns um 6,6 Prozent auf 644 Milliarden Yen erwartet. Vor drei Monaten war der Autokonzern noch von einem operativen Gewinn von 620 Milliarden Yen ausgegangen. Auch den Netto-Gewinn sieht Honda jetzt mit 451 Milliarden höher als zuvor mit 440 Milliarden Yen.

Die Honda-Aktien verloren am Dienstag an der Börse in Tokio stärker als der Gesamtmarkt 1,67 Prozent auf 4710 Yen.

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