Starker Yen belastet
Japans Elektronikindustrie geht in Deckung

Sony verdient mit Fernsehern immer noch kein Geld und Toshiba macht Verlust – Panasonic weist gute Zahlen vor und wartet ab: Japans große Elektronikhersteller leiden unter dem Anstieg des Yen und einer beginnenden Konsumflaute. Der Absatz der beliebtesten Produkte ist bereits zurückgegangen, das Weihnachtsgeschäft wird vermutlich schwach ausfallen.

TOKIO. „Wir senken unsere branchenweite Absatzprognse sowohl für Digitalkameras als auch für Flachfernseher“, sagt Branchenanalyst Eiichi Katayama von Nomura Securities. Der operative Gewinn von Sony ging im abgelaufenen Halbjahr um 90 Prozent zurück. „Am schlimmsten belastet uns der starke Yen gegen den Euro. Dieser Zustand wird sich fortsetzen“, sagt Sony-Vizepräsident Nobuyuki Oneda.

Mit Fernseher werde sein Unternehmen auch in diesem Jahr kein Geld verdienen – obwohl Oneda das seinen Aktionären im Frühjahr fest versprochen hatte. „Doch dieses Jahr wird es echt schwierig. Mit so einer Situation hatte doch niemand gerechnet“, rechtfertigte sich der Elektronikmanager. Dafür sei es gelungen, die Lage der Spielesparte zu verbessern. Die Spielkonsole Playstation 3 verkauft sich mit einem Absatzzuwachs von 85 Prozent inzwischen sehr ordentlich, der Umsatz ging um zehn Prozent herauf.

Der Euro-Wechselkurs ist für Sony derzeit noch wichtiger als der Dollar-Kurs, weil das Unternehmen viele Waren bereits im Dollar-Raum produzieren lässt. Die chinesische Währung beispielsweise ist an den Dollar gebunden, und auch in Amerika hat der Konzern Fabriken. In Europa dagegen ist Sony bislang eher schwach vertreten. „Langfristig überlegen wir nun, ob wir unsere Produktionsstrategie prüfen und mehr in die EU gehen, doch das kann möglicherweise noch lange dauern“, sagte Oneda.

Während Sony in der ersten Hälfte des japanischen Geschäftsjahrs noch einen Gewinn ablieferte, drehte Toshiba sogar in die roten Zahlen. Mit 307 Mill. Euro (38 Mrd. Yen) lag der Nettogewinn so tief im Minus, wie er im Vorjahreszeitraum im Plus lag. „Auch Asien bewegt sich auf einen wirtschaftlichen Rückgang zu“, befürchtet Toshiba. Japan stehe ein „extrem schwerer Konjunkturrückgang“ bevor. Fürs Gesamtjahr bis März erwartet das Unternehmen jedoch einen Nettogewinn von 70 Mrd. Yen. Grund für den Optimismus: Toshibas Ergebnis ist schwer von den fallenden Halbleiterpreisen belastet, die sich bis zum kommenden Jahr erholen sollen. Auch von der Sparte für den Bau von Kernkraftwerken ist noch ein Beitrag zu erwarten.

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