Starkes Absatzplus
VW kriegt in China die Kurve

Volkswagen hat in China im ersten Halbjahr wieder einen deutlichen Gewinn eingefahren und den Pkw-Verkauf um fast ein Drittel gesteigert. Nach einem Verlust von 119 Mill. Euro im Vorjahr in China habe Volkswagen im Reich der Mitte nun wieder alles im Griff, verspricht China-Chef Vahland.

and PEKING „In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres haben wir ein operatives Ergebnis von 37 Mill. Euro erzielt und die Prognose für das zweite Halbjahr sieht ähnlich positiv aus“, sagte VW-China-Chef Winfried Vahland am Mittwoch in Peking.

Das vor einem Jahr auferlegte Sparprogramm zeige deutliche Erfolge, sagte Vahland. Das Ziel, bis Ende 2008 die Kosten um 40 Prozent zu senken, wird sei bereits um mehr als die Hälfte erfüllt. Die Produktivität von Volkswagen in China habe um mindestens 30 Prozent zugelegt.

„Wir werden in diesem Jahr deutlich mehr als 600 000 Autos verkaufen“, so Vahland. Der Absatz der Marken VW und Audi legte in China (ohne Hongkong) bis August überdurchschnittlich um 29,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Nach seiner Einschätzung dürfte die Volkswagengruppe dieses Jahr im Reich der Mitte rund 665 000 Fahrzeuge absetzen. Das wäre ein Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

VW geht von einer eher moderaten Entwicklung des chinessichen Gesamtmarktes aus. Vor allem steigende Benzinpreise, Umweltauflagen und Restriktionen dürften den Verkauf in den kommenden Jahren bremsen, so Vahland. Für 2006 rechnet VW darum mit insgesamt rund 3,8 Mill. verkauften Pkw (Vorjahr: 3,3 Mill) in China. Volkswagen werde seinen Marktanteil von rund 17,5 Prozent auf jeden Fall halten. „Unsere Modelloffensive zahlt sich aus“, so der VW-China-Chef.

Vahland war vor gut einem Jahr nach Peking gekommen, um den Wolfsburger Autobauer auf seinem zweitwichtigsten Absatzmarkt wieder aus der Krise zu holen. Vor allem die Marke VW hatte in den Jahren zuvor einen Verkaufseinbruch erlebt deutlich Marktanteile an die Konkurrenz abgeben müssen. Nach einem China-Verlust von 119 Mill. Euro im Vorjahr habe Volkswagen im Reich der Mitte nun wieder alles im Griff: „Wir sind Marktführer in China und wollen es bleiben.“

Die durch die zurückgefahrene VW-Produktion schwächere Auslastung der Standorte soll durch zusätzliche Fertigung anderer Marken verbessert werden. So will Audi freie Kapazitäten am Standort Changchun nutzen, um seine Produktion aufzustocken. In Schanghai soll im September die Marke Skoda am chinesischen Markt eingeführt werden.

Volkswagen baut im nördlichen Changchun mit dem Partner FAW die VW-Modelle Sagitar, Jetta, Bora, Golf und Caddy sowie den Audi A6 und A4.

Im Süden werden im Gemeinschaftsunternehmen mit dem Partner Shanghai Automotive Industry Corp (Saic) der Passat, Santana, Polo und der Gol produziert – und ab dem kommenden Jahr auch die Skoda-Modelle.

Zunächst sollen drei Skoda Modelle in China gebaut und auf den Markt gebracht werden: Nach dem Octavia ist laut Medienberichten später auch die Fertigung der Modelle Fabia und Superb geplant. Nach den Worten von Vahland soll Skoda in China bis zum Jahr 2010 einen zusätzlichen Marktanteil von 2,5 bis 3,0 Prozent bringen.

Skoda wird in China rund zwei Drittel aller Zulieferteile vor Ort einkaufen. VW in Wolfsburg hat im vergangenen Jahr das Ziel ausgegeben, ab 2006 konzernweit bei Zulieferern in China im Wert von 1 Mrd. Dollar jährlich einzukaufen. Dabei sei man ebenfalls auf dem besten Weg, so Vahland: „Wir haben davon dieses Jahr bereits 500 Mill. Dollar erreicht und sind im Zeitplan.“ Für die Einkaufsoffensive wurden 70 große Zulieferer ausgewählt.

Bis 2010 will die Volkswagen-Gruppe in China noch rund zehn neue Modelle auf den Markt bringen. „Volkswagen wird sich dabei künftig stärker an den chinesischen Kundenbedürfnissen ausrichten“, sagte Vahland. Beim neuen Polo, der seit einigen Monaten mit einem chinesischen Design angeboten wird, zahle sich dieses Konzept bereits aus. „Wir haben im August mehr als 6000 Stück davon verkauft.“ Das sei mehr als erwartet.

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