Starkes Quartal
Sanofi erhöht Gewinnprognose

Der französische Pharmariese Sanofi-Aventis hat nach einem überraschend starken Gewinnanstieg im dritten Quartal seine Jahresziele angehoben. Kostensenkungen und gute Geschäfte mit Impfstoffen sorgten in den Monaten Juli bis September für ein sattes Gewinnplus. Die Aktie reagierte prompt.

HB PARIS. Der bereinigte Nettogewinn wuchs um 9,1 Prozent auf 1,853 Mrd. Euro, wie der weltweit drittgrößte Arzneimittelhersteller am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten lediglich mit 1,71 Mrd. Euro gerechnet. Zu dem Gewinnschub trug auch eine Erholung des US-Geschäfts mit dem lukrativen Blutverdünner Plavix bei.

„Ich glaube, die Ergebnisse übertreffen die Konsensschätzungen klar“, sagte Pharmachef Hanspeter Spek. Die starke Entwicklung bei den Impfstoffen steche hervor, fügte der Manager hinzu. Anleger reagierten positiv: Die Sanofi-Aktie legte in Paris im frühen Handel 2,4 Prozent auf 60,68 Euro zu.

Sanofi steuert nun für das Gesamtjahr pro Aktie einen Anstieg des bereinigten Gewinns von zehn Prozent an. Bislang hatte das Sanofi-Management ein Plus von neun Prozent in Aussicht gestellt. Dabei werde mit einem Euro-Dollar-Kurs von 1,25 Dollar kalkuliert, erklärte die Konzernführung. Sanofi wies darauf hin, dass die Geschäftsziele erhöht würden trotz des in den USA abgelaufenen Patentschutzes für die Schlaftablette Ambien IR. Auch die einsetzende Konkurrenz durch billigere Nachahmerpräparate für das Krebsmittel Eloxatin in Europa sei berücksichtigt worden.

Sanofi kam im dritten Quartal auf einen Konzernumsatz von 7,025 Mrd. Euro. Das ist ein Zuwachs von 1,8 Prozent. Die Umsätze im Impfstoffgeschäft schnellten dabei um 49,2 Prozent auf 943 Mill. Euro in die Höhe. Eine im Vergleich zum Vorjahr frühe Auslieferung von Grippeimpfstoffen sowie die starke Nachfrage nach dem neuen Impfstoff Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs beflügelten das Geschäft.

Nicht immer lief es für Sanofi in diesem Jahr rund. So erlitt der Konzern vor wenigen Monaten einen herben Rückschlag, als sein neuer Schlankmacher Acomplia in den USA im Zulassungsprozess durchfiel. Ein Beraterausschuss hatte der US-Arzneimittelbehörde FDA einstimmig empfohlen, das Medikament nicht zuzulassen. Als Grund nannten die Experten Befürchtungen, Acomplia könne Selbstmordgedanken und Depressionen bewirken. Der Konzern zog darauf seinen Zulassungsantrag zurück. Analysten hatten Acomplia Spitzenumsätze von drei Mrd. Dollar im Jahr zugetraut. Das Mittel ist aber bereits in 20 Ländern auf dem Markt. Im dritten Quartal erwirtschaftete es lediglich Umsätze von 21 Mill. Euro.

Die Analysten der UBS zeigen sich erfreut, dass die Sparprogramme von Sanofi-Aventis in Europa und den USA sich auf die Gewinnqualität im dritten Quartal ausgewirkt haben. Mit einer Anpassung der Umsatzprognosen sei nicht zu rechnen, heißt es.

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