Starkes Umsatzwachstum Grundig feiert seine Wiedergeburt

Den legendären Unterhaltungselektronik-Konzern Grundig gibt es nicht mehr - wohl aber die Nachfolgefirma Grundig Intermedia. Und die ist im Moment erfolgreicher als der Ahn.
Die Zeiten, wo Grundig noch selbst gefertigt hat, sind vorbei. Ein altes Foto aus dem Wiener Werk. Foto: dpa

Die Zeiten, wo Grundig noch selbst gefertigt hat, sind vorbei. Ein altes Foto aus dem Wiener Werk. Foto: dpa

HB NÜRNBERG. Bereits im ersten auf elf Monate begrenzten Geschäftsjahr habe das Unternehmen einen Umsatz von 322 Millionen Euro erzielt. „Hochgerechnet auf ein Jahr bedeutet dies ein Umsatzwachstum von 61 Prozent im Vergleich zum Insolvenzjahr 2003“, berichtete Geschäftsführer Hubert Roth am Freitag bei der Eröffnung eines neuen Logistikzentrums in Nürnberg.

Auch im Geschäftsjahr 2005/2006, das am 30. März 2006 endet, stünden die Zeichen auf Wachstum. Angesichts der starken Nachfrage nach Grundig-Produkten erwarte er ein 30-prozentiges Umsatzplus. „Grundig ist trotz der Insolvenz weiterhin eine sehr attraktive Marke“, stellte der Chef von Grundig Intermedia fest. Allein bei Flachbildschirmen sei es dem Unternehmen gelungen, innerhalb von einem knappen Jahr seinen Marktanteil von 0,9 auf 4,5 Prozent zu steigern. Bei klassischen Bildröhren-Geräten sei der Marktanteil von 4 auf 7 Prozent gewachsen, erläuterte Roth.

Nach der Übernahme der früheren Grundig-Kernbereiche Fernsehen und Audio-Geräte durch die britische Unterhaltungsgeräte-Vertriebsgesellschaft Alba und den türkischen Elektronik-Hersteller Beko sei es gelungen, günstige Produktionskosten mit der langjährigen Erfahrung des früheren Grundig-Konzerns zu verknüpfen, betonte Roth.

Grundig war über Jahrzehnte der führende Produzent von Fernsehgeräten in Deutschland. Neben TV-Apparaten hatten die Franken aber kaum andere Produkte im Angebot. Dies führte dazu, dass Grundig von der Marktsättigung im TV-Bereich und den kräftig fallenden Preisen besonders betroffen war. Letztlich musste das Unternehmen, das in seiner Blütezeit 38 000 Menschen beschäftigte, im Frühjahr 2003 Insolvenz anmelden.

Grundig Intermedia beschäftigt derzeit 450 Mitarbeiter, 250 davon in Deutschland. Vom legendären Grundig-Konzern sind im wesentlichen nur die Entwicklungs-, Marketing- und Vertriebs-Abteilungen erhalten geblieben. Produziert wird von Fremdfirmen, vor allem von Mutter Beko.

Von dem in Betrieb genommenen Logistik-Zentrum aus sollen Kunden in Deutschland und den Benelux-Staaten beliefert werden. In einem europaweiten Standortwettbewerb hatte sich die Unternehmensführung für Nürnberg entschieden. In gewisser Weise kehre Grundig damit zu seinen Wurzeln zurück: Das Zentrallager sei in einer Fabrikhalle untergebracht, in der der frühere Grundig-Konzern bis 1996 Videorekorder hergestellt habe, berichtete Roth. Grundig habe die Halle von einem englischen Immobilienfonds angemietet, der sie aus der Insolvenzmasse übernommen hatte.

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