Start der Quartalssaison
Europas Konzerne schlagen sich tapfer – noch

Die größten Gewinnzuwächse erwartet die Öl- und Gasbranche. Gingen Analysten hier zu Jahresbeginn von einem kleinen Zuwachs von fünf Prozent aus, rechnen sie nun mit einem Plus von durchschnittlich 27 Prozent. Angesichts eines Rohölpreises, der sich binnen Jahresfrist glatt verdoppelte, erscheint die Zuversicht berechtigt. Sehr robust präsentiert sich auch die Chemie- und Automobilindustrie. Für Bayer und BASF haben die Experten ihre Gewinnerwartungen in den vergangenen Wochen sogar angehoben. Die Konzerne profitieren von der enormen Nachfrage in Osteuropa, Fernost und vielen Schwellenländern.

Dass sich die Gewinnzuwächse europaweit dennoch abschwächen, resultiert fast ausschließlich aus den Einbrüchen im Finanzsektor. Dieser stellt mit einem Gewicht von 27 Prozent im Stoxx (Europa) die wichtigste Branche. Abwärts geht es darüber hinaus in der Luftfahrt. Gestiegene Kerosinpreise setzen den Konzernen zu. Abgesehen vom Finanzsektor muss im Dax die Deutsche Lufthansa mit dem größten Einbruch beim Nettogewinn rechnen.

Doch in dem Maße wie die Ernte für 2008 jeden Tag ein Stück mehr eingefahren wird, steigt für 2009 die Unsicherheit. Durchschnittlich prognostizieren die Analysten für Europas Unternehmen Gewinnzuwächse von 15 Prozent. „Das ist nicht erreichbar“, sagt Warburg-Spezialist Klude. Könnten die Firmen 2008 schwächere Auftragszahlen noch mit vielen Überhangaufträgen kompensieren, so drohten spätestens im ersten Quartal des neuen Jahres Einbrüche. Deutschlands größte Branche, der Maschinenbau, registrierte zuletzt schwere Einbrüche bei den Bestellungen.

„Wir rechnen mit einer Stagnation der Unternehmensgewinne“, sagte Wolfgang Sawazki, Leiter der Analyseabteilung von Sal. Oppenheim. Zu den größten Risiken zählen ein schwächeres Wachstum in den Schwellenländern, weiter steigende Rohstoffpreise und insgesamt eine hohe Inflation.

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