Start ohne völlige Gas-Integration
RWE mit neuer Konzernstruktur

Der Versorgungskonzern RWE arbeitet seit Mittwoch trotz der von kommunalen Aktionären blockierten Integration der Gastochter RWE Gas mit einer neuen Konzernstruktur. Über die Integration von RWE Gas hatten Konzernvorstand und die kommunalen Gas-Aktionäre noch am Morgen verhandelt.

HB DÜSSELDORF. RWE Gas werde von der Konzern-Holding zusammen mit der neuen Vertriebstochter RWE Energy „operativ sehr eng“ geführt, teilte RWE am Mittwoch in Essen mit. Dadurch sei die angestrebte Energieversorgung der Kunden aus einer Hand gewährleistet. Das integrierte Geschäftsmodell könne auch international umgesetzt werden. Gemessen am Stromabsatz sei RWE Energy die Nummer zwei in Deutschland und die Nummer drei in Europa (nach der französischen EdF und Eon).

RWE hatte den Konzernumbau im Sommer angekündigt. Er sieht im Kern die Bündelung des Vertriebs von Strom, Gas und Wasser vor. Außerdem soll die Energieerzeugung in einer Gesellschaft zusammengefasst werden. Die vollständige Umsetzung dieses Konzepts wurde bislang durch die Weigerung der kommunalen Aktionäre von RWE Gas verhindert, RWE Gas in eine der neuen regionalen Vertriebsgesellschaften unterhalb von RWE Energy einzugliedern.

Gespräche zwischen Konzernvorstand und Vertretern der kommunalen Aktionäre waren am Morgen nach Angaben aus Teilnehmerkreisen erneut ohne Einigung abgebrochen worden. Offiziell war von beiden Seiten hierzu zunächst keine Stellungnahme erhältlich. RWE hatte den kommunalen Gas-Aktionären, die rund 20 % an RWE Gas halten, früher bereits unter anderem einen Aktientausch, Bargeld oder eine Erhöhung ihrer auf Jahre zugesicherten Garantiedividende angeboten.

Mit dem Startschuss für die neue Struktur geht den RWE-Angaben zufolge auch die Trennung der konzerneigenen regionalen Netze in rechtlich eigenständige Gesellschaften einher. Damit schaffe RWE bereits die Voraussetzungen für die so genannten Unbundling-Vorschriften der EU. Danach müssen in der Europäischen Union spätestens 2007 die Verteilnetze gesellschaftsrechtlich von den übrigen Aktivitäten der Energieversorger getrennt sein.

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