Start-up Auto1

Milliarden mit Omas Auto

Das deutsche Start-up Auto1 wird nach der jüngsten Finanzierungsrunde auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Damit wollen die Berliner den Markt für Gebrauchtwagen aufmischen. Er galt einst als Minenfeld für Laien.
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Dieses Automodell wollte Christian Bertelmann vor fast fünf Jahren verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt erwies sich der Gebrauchtwagen-Markt noch als schwieriges Feld für Laien. Quelle: AFP
Golf IV

Dieses Automodell wollte Christian Bertelmann vor fast fünf Jahren verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt erwies sich der Gebrauchtwagen-Markt noch als schwieriges Feld für Laien.

(Foto: AFP)

DüsseldorfAlles begann mit den Autos der Großmutter. Im Sommer 2012 versuchte Christian Bertermann verzweifelt, einen Golf 4 und einen Mercedes 190 seiner Oma zu verkaufen. Doch der Markt für Gebrauchte erwies sich für Laien als Minenfeld. Bertermann traf auf halbseidene Käufer, die alles andere als eine seriöse Bewertung für die Fahrzeuge vornahmen. Bertermann, der selbst damals für den Online-Gutscheindienst Groupon tätig war, hatte eine Geschäftsidee – und gründete gemeinsam mit Hakan Koc das Gebrauchtwagenportal Auto1.

Die beiden jungen Internetunternehmer gründeten die onlinebasierte Händlerbörse für Gebrauchtwagen Auto1. Mit eigenem Kapital kauft die Plattform Gebrauchtwagen zum Marktpreis und verkaufte sie mit leichtem Aufschlag weiter. Die Händler sparen sich damit lange Standzeiten ihrer Gebrauchtwagen. Darüber hinaus sind die Preise transparent. Auto1 verzichtet beispielsweise auf Mindestabnahmemengen oder eine Vermittlungsprovision. Aus diesem simplen Konzept ist mittlerweile eines der wertvollsten Start-ups des Landes geworden. Auto1 beschäftigt weltweit 2.500 Mitarbeiter an 330 Standorten.

Diese Autos sind endlich im Oldtimer-Himmel
Kinder, wie die Zeit vergeht!
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Einige Besitzer von Autos des Baujahrs 1987 fiebern dem Jahreswechsel entgegen: Ab 2017 können ihre Fahrzeuge ein H-Kennzeichen tragen. Mit dem besonderen Nummernschild für mindestens 30 Jahre alte Autos in erhaltenswürdigem Zustand ist ein steuerlicher Vorteil sowie oft auch eine vorteilhaftere Einstufung bei der Versicherung verbunden. Es ist aber auch so etwas wie die amtliche Adelung als Oldtimer.

Wir zeigen eine Auswahl an Modellen, die 2017 erstmals als Klassiker angemeldet werden können, guter Erhaltungszustand und Verkehrstauglichkeit natürlich vorausgesetzt...

Ferrari F40
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Zum 40. Firmenjubiläum machte Enzo Ferrari sich und den Kunden ein Geschenk in Form dieses Supersportwagens – der bis dahin schnellste und stärkste Straßen-Ferrari.

Sein 2,9-Liter-V8 leistet 478 PS und beschleunigte den Boliden laut Werksangabe in 4,1 Sekunden auf 100 km/h, maximal auf 324 km/h.

Rund 1.300 Exemplare wurden bis 1992 produziert, sie tragen den imposanten Heckflügel und Klappscheinwerfer.

BMW 750i
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In der Oberklasse-Limousine bot BMW ab Sommer 1987 den ersten Zwölfzylindermotor der Nachkriegszeit an, für dessen Laufruhe die Bayern mit einem hochkant auf dem Motorblock stehenden Fünfmarkstück warben. Das Interesse an dem Top-Modell der zweiten 7er-Generation mit 300 PS starkem V12 war riesig, bereits vor der offiziellen Premiere gingen die Bestellungen für den 750i ein.

Mazda 626
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Mit der Mittelklasse-Baureihe konnten die Japaner Erfolge feiern: Die dritte Generation des 626 ab 1987 gehörte zu den erfolgreichsten Importfahrzeugen in Deutschland und manifestierte damals mit ihrer Zuverlässigkeit Mazdas guten Ruf hierzulande.

Ein Technik-Highlight des optisch unscheinbaren Japaners ist noch heute eine Besonderheit: Mazda stattete den 626 mit Allradlenkung aus, bei der für mehr Kurvenstabilität die Hinterräder geschwindigkeitsabhängig zu den Vorderrädern lenkte.

Opel Kadett E Cabrio
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Als letzte Ausführung kam drei Jahre nach dem Marktstart des Kadett E die offene Version zum Händler, sie blieb dann auch länger als alle anderen Varianten.

Die Optik des in Turin bei Bertone produzierten Kompakt-Cabrios wird von dem charakteristischen Überrollbügel dominiert.

Viele der beliebten Viersitzer haben es aufgrund mangelnder Rostvorsorge nicht besonders gut erhalten über die Zeit geschafft.

Peugeot 405
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Peugeot meldete sich im Herbst 1987 nach jahrelanger Pause erfolgreich in der Mittelklasse zurück, dem 405 sei Dank. Seine moderne, stromlinienförmige Karosserieform passte in den Zeitgeist, mit dem längsten Radstand seiner Klasse hatte er zudem praktischen Mehrwert.

Obwohl der 405 über Jahre zu den Bestsellern der europäischen Mittelklasse gehörte, sieht man den Franzosen nur noch selten auf der Straße. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren zum 1. Januar 2016 rund 600 Exemplare angemeldet.

Toyota Supra Turbo
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Mit der Präsentation der dritten Generation des Supra hatte sich die Baureihe 1986 von der Celica getrennt.

Weiterhin mit Hinterradantrieb markierte ein Jahr später der Supra Turbo mit seinem 235 PS starken V6 die Leistungsspitze, bis zu 245 km/h waren möglich.

Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wird die Auto1 Group nach ihrer jüngsten Finanzierungsrunde auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. In nur zwei Jahren hat das Unternehmen seine Bewertung in nur zwei Jahren mehr als verdoppelt. Unter den Investoren befinden sich illustre Namen wie die britische Beteiligungsgruppe Baillie Gifford & Co sowie die Venture Capital Fima Target Global aus Berlin.

Bereits im Laufe des Jahres hatte das Unternehmen 360 Millionen Euro für die Expansion aufgenommen. Denn das Wachstum ist rasant. 2016 wies das Unternehmen einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euros aus. Etwa doppelt so viel wie im Vorjahr. Das würde eigentlich für einen Börsengang reichen. Doch bislang weist Auto1-Chef Bertermann entsprechende Pläne noch von sich. Man sei ausreichend finanziert.

„Wir wollen weiter stark wachsen und streben mittelfristig einen Marktanteil von zehn Prozent auf dem europäischen Festland an“, sagt Bertermann. Im stark fragmentierten Gebrauchtwagenmarkt wäre das eine hohe Hausnummer. Allein im vergangenen Jahr verkaufte Auto1 in Europa 330.000 Autos und ist in 28 Ländern aktiv.

In ihren Kernmärkten sei Auto1 bereits profitabel, schreibt Bloomberg unter Berufung auf interne Präsentationen. Offiziell schweigt Bertermann dazu. Mittlerweile dürfte er aber nicht sonderlich unglücklich darüber sein, dass sich die Gebrauchtwagen seiner Großmutter einst so schwer verkaufen ließen. Der Händler, die die Autos schließlich kaufte, war einer der ersten Partner von Auto1.

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