Start US-Berichtssaison
Amerikas Konzerne verdienen wie noch nie

Der Boom nach der großen Wirtschaftskrise macht Amerikas Konzerne so stark wie nie. Die sechs größten Unternehmen machten 2011 einen Nettogewinn von 130 Milliarden - so viel wie in Deutschland die 100 größten zusammen.
  • 6

DüsseldorfGerade einmal zwei Jahre ist es her, da galt die Supermacht USA als Star von gestern. Die Finanzkrise lähmte das Land der Innovatoren, die Immobilienblase platzte, und die Welt wandte sich auf der Suche nach dem Star von morgen nach Asien.

Doch die USA sind zurück. Die Konzerne des riesigen Landes erzielten im vergangenen Jahr so hohe Gewinne wie nie zuvor. Der Erfolg geht quer durch alle Branchen. Lange waren es Technologiekonzerne wie Apple, IBM und Intel, die mit ihren Milliardengewinnen die Erholung anführten und die „Old Economy“ um Ford und General Motors abhängten.

Doch dieser einseitige Fokus ist in den USA Vergangenheit. Nachdem die letzten großen Unternehmen in der vergangenen Woche ihre Geschäftsberichte für 2011 vorgelegt haben, wird deutlich: Amerika ist fast überall stark. Nach Berechnungen des Handelsblatts verdienten die 100 größten Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen dort im vergangenen Jahr unter dem Strich 488 Milliarden Dollar. Das sind 13,4 Prozent mehr als 2010 – so viel wie noch nie.

Infografik

Die USA-Renditekönige

Die nach Umsatz sechs größten US-Konzerne strichen 2011 einen Nettogewinn von 130 Milliarden Dollar ein. Das ist so viel, wie in Deutschland die 100 größten Konzerne zusammen geschafft haben. Gleich zwölf US-Konzerne durchbrachen beim Nettogewinn die Schallmauer von zehn Milliarden Dollar. Das gelang in Deutschland nur VW.

Ein Absturz nach dem Gewinnboom ist nicht in Sicht. „Es war bemerkenswert im ersten Quartal, dass keine der US-Konjunkturzahlen den Markt wirklich enttäuscht hat“, sagte Dean Junkans, Chef-Investmentstratege beim US-Brokerhaus Wells Fargo Advisors. Ob Bruttoinlandsprodukt, Auftragseingänge und Wachstumsprognosen – alles deutet zumindest auf eine Fortsetzung der guten Konjunktur hin. Die sinkende Arbeitslosigkeit und der anziehende Stellenaufbau in der Privatwirtschaft gelten als Schlüssel für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft, auch wenn dadurch die Profitabilität unter Druck gerät.

Kommentare zu " Start US-Berichtssaison: Amerikas Konzerne verdienen wie noch nie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Brasso - @Silikonbusen

    Wenn man mit Sarkasmus nichts anfangen kann, sollte man einfach die Klappe halten.

  • Der Börsenwert von apple beträgt z.Zt. 600 Mrd. Dollar. Die Massenarbeitsplätze, die Produkte schaffen, sind aber "outside USA". Somit verdienen vom Erfolg Apple die Aktieninhaber durch nicht selbstständige Arbeit, indem sie Aktien besitzen. Viele US-Bürger sind aber keine Aktionäre, sondern auf nicht selbstständige Arbeit angewiesen. Das ist das Kernproblem: Gewinner dort, wo man das Geld anlegt und arbeiten läßt und Verlierer dort, wo man auf nicht selbstständige Arbeit angewiesen ist. Eigentlich ganz einfach.
    Hinzu kommt, dass "Handeln" einfach und renditekräftiger ist, als das komplizierte und verantwortungsvolle Produzieren im eigenen Land - also verschiebt es sich in einem gigantischen Masseneffekt ins "Handeln". Billig irgendwo kaufen und teurer verkaufen ist der US-Lebensweg - jeder kann es - eine Vorbildung ist nicht erforderlich. Fachwissen über Generationen gepflegt und weiterentwickelt ist nicht erforderlich. So stellte sich in den letzten 20 Jahren die US-Wirtschaft um. Leise und hocheffizient. Es wurde klotzig verdient, aber auch klotzig Arbeitsplätze verlagert bei gleichzeitigen Wissensverlust.

    Die US-Wirtschaft ist heute massivst auf billigste Importe angewiesen; gleichzeitig können aber nur so wenige neue Arbeitsplätze entstehen. So verdienen wenige klotzig und können ein reiches sorgenfreies und begünstigtes Leben führen; viele dagegen können nur ein armes sorgenvolles und einfaches Leben führen (ohne zudem einer Krankenkasse).

    Die US-Wirtschaft wieder ins Lot und in eine ethischere Verantwortung gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung zu bringen ... ist ein steinerner harter Weg, der nicht "von jetzt auf gleich" funktioniert. In den USA ist es aber schaffbar, da das riesige Land noch viel Raum und Möglichkeiten besitzt. Man muss es aber wollen und versuchen zu steuern ... Schritt für Schritt.

  • Geistiger Dünnpfiff. Zurück zum Stammtisch mit Ihnen, DonSarkasmo!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%