Startbahnverlängerung in Hamburg-Finkenwerder geplant
Baustopp setzt Airbus unter Druck

Ein deutsches Gericht hat den Bau der geplanten Verlängerung der Startbahn beim Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder vorerst gestoppt. Laut dem Flugzeughersteller ist der Ausbau um knapp 600 Meter jedoch notwendig für die Frachtversion des Großraumflugzeugs A380. Auch der Abriss eines Deiches darf noch nicht in Angriff genommen werden. Mit juristischen Mitteln setzen sich der europäische Hersteller und die Hamburger Wirtschaftsbehörde nun zur Wehr.

HB HAMBURG. Das Hamburger Verwaltungsgericht hat Zweifel an der Rechtmäßigkeit des jüngsten Planfeststellungsbeschlusses. Er hätte zur Folge, dass 20 Anwohner ihre Grundstücke aufgeben müssten. „Auf das A380-Programm hat die Entscheidung absolut keinen Einfluss“, sagte ein Airbus- Sprecher am Dienstag in Hamburg. Der Hersteller hofft, dass es zu einer „zeitgerechten Entscheidung“ bei Gericht kommt und ist zuversichtlich, dass der Planfeststellungsbeschluss Bestand haben wird. Doch die Zeit läuft derzeit gegen Airbus, denn schon für die Deicharbeiten sollten die Werksferien im Juli genutzt werden. Und wenn erst der Passagierflieger A380 in Finkenwerder eintrifft, wäre es noch aufwendiger, die Landebahnarbeiten zu organisieren.

Das weltgrößte Passagierflugzeug A380, das in Hamburg innen ausgestattet und lackiert wird, soll Anfang 2005 erstmals fliegen. Die ersten Auslieferungen des Flugzeuges mit 550 Sitzen sind im Mai 2006 an die Singapore Airlines vorgesehen. Für die Frachtversion liegen 17 Bestellungen vor. Für solche Exemplare soll die Hamburger Landebahn verlängert werden, die derzeit schon um 363 Meter auf insgesamt 2684 Meter ausgedehnt wird. Diese Arbeiten sollen Ende diesen Jahres abgeschlossen sein. Gebaut werden durfte, der dafür notwendige Planfeststellungsbeschluss war aber in erster Instanz im August 2002 aufgehoben worden.

Über die dagegen eingelegte Berufung brüten noch die Richter des Oberverwaltungsgerichtes, die sich nun auch mit der 589-Meter-Strecke beschäftigen sollen. Das jetzt neu festgestellte Verlängerungsstück habe keine eigene Verkehrsfunktion, wenn der vorherige Plan mit der ersten Verlängerung nicht verwirklicht werden dürfe, hieß es in der Begründung des Verwaltungsgerichts vom Montag.

Das Gericht habe das Interesse der Kläger an einem Baustopp höher eingestuft als das Interesse der Hansestadt und von Airbus am zügigen Ausbau, begrüßten die Anwälte der Kläger die Entscheidung. Rund 160 Anwohner und Grundstückseigentümer waren mit einer Sammelklage gegen die Verlängerung des Rollfelds vor Gericht gezogen.

Bei Airbus handele es sich lediglich um Produktions- und Kundenabnahmeflüge für das Frachtflugzeug A380F, das nur etwa 20 % der Bestellungen des Großraumflugzeuges A380 ausmache, schrieb das Gericht. Ohne Last könne auch das Frachtflugzeug auf der bisher in der Planfeststellung aufgeführten Start- und Landebahn abheben und landen und somit in Hamburg gebaut und ausgestattet werden, meinen die Richter. Das sieht Airbus anders: Der A380F müsse bei Abnahmeflügen zwei Drittel einer Fracht an Bord haben, damit dem Kunden die Leistungsdaten nachgewiesen werden könnten, hieß es.

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