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Statistik: Immer mehr Unternehmensinsolvenzen

Die Wirtschaftskrise fordert immer mehr Firmenpleiten: Die Zahl der Insolvenzen stieg im Juli um über zehn Prozent. Auch bei den Verbrauchern gab es einen ähnlich hohen Anstieg.

Die Zahl der Firmenpleiten steigt. Quelle: dpa
Die Zahl der Firmenpleiten steigt. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Ausgelöst von der Finanzkrise rollt eine Pleitewelle durch Deutschland und verursacht hohe Vermögensschäden. Nach einer am Freitag vorgestellten Statistik sind im Juli bei den Amtsgerichten 3046 Unternehmensinsolvenzen angezeigt worden. Das waren 10,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen kletterte um 7,3 Prozent auf 9568 Fälle.

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Zusammen mit den Pleiten anderer privater Schuldner und Nachlässen stieg die Gesamtzahl auf 15 187, was einen Zuwachs um 7,6 Prozent bedeutete. Die voraussichtlich offenen Forderungen betrugen nach den Angaben der Gerichte 3,9 Mrd. Euro gegenüber 2,5 Mrd. Euro im Juli 2008.

Die Juristen beobachten den Trend bereits seit längerem: In den ersten sieben Monaten nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 15,3 Prozent zu. Die Privatinsolvenzen gingen hingegen leicht um 1,3 Prozent zurück. In diesen Werten ist allerdings aus technischen Gründen das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen nicht enthalten.

In den ersten sieben Monate des Jahres stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen auf 19 188 - das sind 15,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch für die kommenden Monate erwarten Experten einen weiteren Anstieg. So rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform für dieses Jahr mit 33 000 bis 35 000 Firmeninsolvenzen. Im kommenden Jahr dürfte diese Zahl sogar noch weiter zunehmen, sagte ein Creditreform-Sprecher: Dann seien sogar knapp unter 40 000 Insolvenzen möglich. „Die ganz große Welle, die manch einer befürchtet hatte, wird es aber in dem Maß nicht geben.“

Die Firmen hätten vor allem unter der einbrechenden Nachfrage zu leiden, betonte der Creditreform-Sprecher. Vor allem eine Abkühlung der Binnenkonjunktur dürfte ihnen in den kommenden Monaten zu schaffen machen. Die Zurückhaltung der Banken sei verglichen damit weniger häufig ein Insolvenzgrund.

Auch Verbraucher gingen häufiger pleite. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg nach Angaben der Statistiker im Juli um 7,3 Prozent auf 9568. In den ersten sieben Monaten zogen 57 852 Menschen vor den Insolvenzrichter, 1,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. In den Zahlen zu den ersten sieben Monaten des Jahres sind die Daten aus Nordrhein-Westfalen nicht enthalten, weil dort im ersten Quartal Insolvenzen aus dem Jahre 2007 nachgemeldet wurden und deswegen ein Vergleich die tatsächliche Entwicklung nicht widerspiegeln würde.

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