Statistiken
Industrieproduktion: Asien hui, Europa pfui

Der europäischen Industrie geht es immer schlechter. Die neuesten Daten bestätigen, dass die Talfahrt weiter geht. Dagegen gab es aus Asien gleich zwei positive Nachrichten auf einmal: Sowohl in Japan als auch in China zeigen die Industrie-Unternehmen deutliche Anzeichen der Erholung. Die aktuellen Statistiken stiegen stärker als erwartet.

HB LUXEMBURG/TOKIO/PEKING. Die Industrieproduktion im Euroraum befindet sich weiter auf Talfahrt. Im April ist die Produktion auf Jahressicht um 21,6 Prozent eingebrochen, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Der Rückgang war damit nochmals stärker als in den Vormonaten. Im März war die Produktion um revidiert 19,3 (zunächst 20,2) und im Februar um 19,1 Prozent zurückgegangen.

Auch im Monatsvergleich war die Produktion weiter rückläufig. So sank sie im April um 1,9 Prozent. Im März lag das Minus bei revidiert 1,4 (zunächst 2,0) Prozent und im Februar bei 2,6 Prozent. Besonders stark waren die Einbrüche sowohl auf Monats- als auch auf Jahressicht bei den Investitionsgütern.

Ganz anders ist das Bild in Fernost: In Japan mehren sich die Anzeichen einer langsamen Erholung der Industrie von der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Angesichts des wieder anspringenden Exportmotors stieg die Produktion in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im April zum Vormonat etwas stärker als ursprünglich gemeldet.

Der Ausstoß kletterte bereinigt um 5,9 Prozent und damit so stark wie seit fast 60 Jahren nicht mehr, teilte das Handelsministerium am Freitag mit und revidierte damit ihre ursprüngliche Schätzung von 5,2 Prozent nach oben. Damit hat sich die Produktion den zweiten Monat in Folge erhöht, nachdem sie zuvor fünf Monate gesunken war. Die Kapazitätsauslastung erhöhte sich im April auf 67,2 Prozent, nachdem im Februar ein Rekordtief erreicht worden war.

Auch in China mehren sich die Anzeichen einer allmählichen Erholung der Wirtschaft. Die Industrieproduktion erhöhte sich im Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,9 Prozent, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Der Zuwachs war damit stärker als von Ökonomen mit 7,5 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte sich der Ausstoß bereits um 7,3 Prozent erhöht.

Auch die Einzelhandelsumsätze überraschten im Mai mit einem Anstieg um 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv. Ökonomen hatten nach dem Plus von 14,8 Prozent im April mit einer leichten Abschwächung auf 14,7 Prozent gerechnet. Ökonomen führten die Zuwächse auf das gigantische Konjunkturprogramm und die Steuersenkungen zurück. Die Maßnahmen zeigten offenbar Wirkung.

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