Statt 850 verlieren nur 630 Beschäftigte ihren Job
Karmann mildert Stellenabbau ab

Der Cabrio-Spezialist Karmann streicht in den kommenden Monaten 630 Stellen. Auf den Personalabbau im Osnabrücker Bereich Fahrzeugbau haben sich Geschäftsführung und Betriebsrat geeinigt, wie ein Unternehmenssprecherbestätigte. Ursprünglich wollte Karmann sogar 850 Stellen in der Sparte streichen.

hof FRANKFURT. Das jetzt erzielte Ergebnis bezeichnete der Betriebsrat als „Ende der Fahnenstange“. Ein besserer Kompromiss sei angesichts der Auftragsprobleme nicht möglich gewesen.

Karmann hatte im Juni angekündigt, dass sich die Firma auf Grund der schwachen Auslastung in Osnabrück von 1 250 der insgesamt 5 200 Beschäftigten trennen will. Der Gemeinkostenbereich, also beispielsweise die Verwaltung, war aus den aktuellen Verhandlungen ausgeklammert worden. Dort sollen weitere 400 Arbeitsplätze wegfallen. Das Unternehmen, das Kleinserien wie den Chrysler Crossfire, das Audi A4-Cabrio oder den offenen Mercedes CLK fertigt, leidet unter dem Trend, dass die Autohersteller zunehmend auch kleinere Serien selbst fertigen, um ihre Überkapazitäten zu reduzieren. Die Unternehmensberater von Boston Consulting rechnen erst ab 2010 wieder mit einer Belebung des Geschäfts für Auftragsfertiger. Bei Karmann war der Umsatz im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf 1,9 Mrd. Euro eingebrochen.

Für die Einigung über den Sozialplan müssen auch die verbleibenden Mitarbeiter des Bereichs Fahrzeugbau Opfer bringen. Ihre Arbeitszeit wird von 35 auf 31,5 Wochenstunden bei entsprechenden Lohnkürzungen reduziert. Zusammen mit Abfindungszahlungen und den Kosten für eine Transfergesellschaft dürfte der Sozialplan Karmann nach Branchenschätzungen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten. Trotz der Einigung zeichnet der Betriebsrat ein eher düsteres Bild der Zukunft und spricht von einer „Galgenfrist“ für die verbleibenden Mitarbeiter.

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