Steag-Hamatech-Übernahme
Singulus schmiedet profitablen Gesamtkonzern

Die Neuaufstellung des weltgrößten Herstellers von DVD- und CD-Produktionsmaschinen nimmt Formen an. Nach der Integration des defizitäten Konkurrenten Steag Hamatech AG soll Singulus deutlich profitabler arbeiten. Insgesamt 200 Stellen werden abgebaut.

HB FRANKFURT. Durch die Integration von Steag Hamatech erwarte Singulus Einsparungen von 20 Mill. Euro, teilte Singulus am Freitag mit. Die defizitäre Hamatech werde das Geschäft mit Maschinen für beschriebene Datenträger (Prerecorded Disc) aufgeben, bei Singulus werde das Geschäft mit Anlagen für die Produktion beschreibbarer Discs (Recordable) eingestellt. Künftig soll das Prerecorded-Disc-Geschäft nur im nordbayerischen Kahl am Main und das Recordable-Geschäft nur bei Hamatech betrieben werden. Von den im Lauf dieses Jahres wegfallenden Stellen entfielen 80 auf Kahl.

„Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sollen bei Vorliegen attraktiver Angebote verkauft werden“, teilte Singulus weiter mit. Auch Gemeinschaftsfirmen mit strategischen Partnern seien denkbar.

Singulus muss weniger bezahlen als geplant

Für die Übernahme von Steag Hamatech muss Singulus wegen deren schlechter Ertragslage weniger bezahlen als geplant. „Wir gehen davon aus, dass wir weniger als sechs Mill. Euro (an Steag) zahlen werden“, sagte Singulus-Finanzvorstand Stefan Baustert am Freitag. Eigentlich sollten bis zu 10,1 Mill. Euro an den Hamatech-Großaktionär Steag fließen, der Preis hing aber von der Höhe des Verlustes ab. Hamatech rechnete für 2005 zuletzt aber mit einem Verlust von zwölf Mill. statt fünf Mill. Euro.

Singulus hält nach eigenen Angaben inzwischen 78,7 Prozent an der in Sternenfels bei Pforzheim ansässigen Steag Hamatech. Vorstandschef Stefan Reineck lässt seinen Vertrag Ende März 2006 auslaufen und verlässt das fusionierte Unternehmen.

Hoffnung für 2006

Hoffnung für 2006 macht Singulus nach eigenen Angaben der Auftragseingang im Schlussquartal des vergangenen Jahres. Er war mit 70,3 Mill. Euro 75 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr sank er auf 248,5 (Vorjahr: 417,6) Mill. Euro. Der Umsatz brach auf 244,2 Mill. Euro ein, lag damit aber im Rahmen der eigenen Erwartungen. 2004 hatte Singulus noch 439,5 Mill. Euro erwirtschaftet. Das operative Ergebnis soll aber positiv ausfallen: „Wir bleiben 2005 aber auf jeden Fall positiv beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern“, betonte Baustert. Die Restrukturierungskosten für die Fusion würden zum Teil noch 2005 eingerechnet.

Die Aktie der im Technologiewerte-Index TecDax gelisteten Singulus kletterten am Freitag um knapp fünf Prozent auf 17,20 Euro. „Treiber des Aktienkurses dürfte zum einen die gute Auftragsentwicklung sein, zum anderen die sich abzeichnenden Synergieeffekte nach der Steag-Integration“, sagte Analyst Ulrich Scholz von Sal. Oppenheim. Die WestLB bekräftigte ihre Kaufempfehlung, während die Schweizer Großbank UBS weiter dazu rät, die Papiere im Portfolio zu reduzieren.

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