Steag-Kauf
Stadtwerke bieten RWE Paroli

Der Kauf von Steag macht ein Konsortium von Ruhrgebiets-Stadtwerken zum fünftgrößten Stromproduzenten Deutschlands. Damit beseitigen sie nicht nur eine traditionelle Schwachstelle. Sie konkurrieren mit Branchenführer RWE in dessen Stammgebiet - und das ist heikel.
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DÜSSELDORF. Der Erfolg im Bieterverfahren für die Evonik-Tochter Steag bringt das Konsortium von sechs Ruhrgebiets-Stadtwerken in Bedrängnis: Sie steigen zum fünftgrößten Stromproduzenten in Deutschland auf – und damit zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten von Branchenführer RWE aus Essen. Der wiederum ist aber an einigen von ihnen beteiligt.

„Wir schaffen eine große kommunale Erzeugungsplattform – und bringen damit den Wettbewerb voran“, gibt sich ein führender Vertreter des Konsortiums überzeugt. Die Stadtwerke aus Dortmund, Essen, Duisburg, Oberhausen, Bochum und Dinslaken haben nach einem monatelangen Bieterverfahren den Zuschlag für die Mehrheit an der Steag erhalten. Sie bezahlen dafür knapp 650 Millionen Euro. Das Unternehmen betreibt in Deutschland Kraftwerke mit einer Leistung von 8000 Megawatt (MW) und kommt so auf einen Marktanteil von rund zehn Prozent.

Stadtwerke schaffen neue Kraf in der Stromproduktion

Die Konsortialpartner beseitigen damit eine traditionelle Schwachstelle: Bislang verfügen sie kaum über eigene Kraftwerke, sondern müssen sich den Strom, den sie an die eigenen Kunden vertreiben, im Großhandel kaufen – zu einem großen Teil beim Nachbarn RWE.

Die Partner wollen sich aber auch bundesweit anderen Stadtwerken anbieten. Diese könnten ihre Erzeugung ausbauen, in dem sie Anteile an neuen von Steag zu bauenden Kraftwerken erwerben oder sich an Projekten für erneuerbare Energien beteiligen. Die deutschen Kommunalversorger seien zwar im Vertrieb eine Macht, versorgten rund 60 Prozent der Endkunden und kontrollierten auch rund 50 Prozent der Netze, erklärt der Vertreter des Konsortiums. In der Stromproduktion hätten sie aber nur einen Anteil von zehn Prozent. Durch die Übernahme der Steag verdoppele sich der Anteil. Gleichzeitig relativiert sich die Macht der vier Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall, die die restlichen 80 Prozent kontrollieren – und bislang Hunderte Stadtwerke beliefern.

RWE wird jetzt aber sogar Kunde der Stadtwerke. Etwa 70 Prozent des Stromes liefert Steag derzeit an den Energiekonzern, der ihn wiederum vermarktet. Einige Verträge laufen bald aus, einige laufen noch länger. RWE sieht sich damit in einer guten Position gegenüber der neuen Stadtwerke-Allianz vor der eigenen Haustür. „Die sind auf die stabilen Cash-Flows aus dem Geschäft mit uns angewiesen“, sagt ein Manager des Konzerns.

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  • Da wird dann wohl eine Energiemonopol durch ein anderes Energiemonopol abgelöst

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