Industrie

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Steag-Verkauf: Stadtwerke übernehmen Energiesparte von Evonik

Der Bieterwettstreit um den fünftgrößten deutschen Stromproduzenten Steag ist entschieden. Wie der Mischkonzern Evonik am Montag mitteilte, hat ein Konsortium von sechs Stadtwerken aus dem Ruhrgebiet den Zuschlag für einen Mehrheitsanteil von 51 Prozent erhalten.

Steag-Kohlekraftwerk im niederrheinischen Voerde. Quelle: dpa
Steag-Kohlekraftwerk im niederrheinischen Voerde. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Die tschechische Energieholding EPH, die es bis ins Finale geschafft hatte, ging leer aus. Wie es in Verhandlungskreisen heißt, zahlen die Stadtwerke für die Mehrheitsbeteiligung einen Kaufpreis von 649 Millionen Euro. Diesem liegt ein Wert für das gesamte Unternehmen von 3,8 Milliarden Euro zugrunde. Die Käufer übernehmen zudem die hohen Steag-Schulden. Evonik hatte zu Beginn der Verhandlungen einen Verkaufserlös von 600 bis 700 Millionen Euro für die Steag-Mehrheit angestrebt.

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Evonik-Chef Klaus Engel, seit Anfang 2009 an der Spitze des aus dem Zechenkonzern RAG hervorgegangenen Unternehmens, will Evonik in ein lupenreines Spezialchemieunternehmen umbauen und dieses voraussichtlich 2012 an die Börse bringen. Aus der Stromerzeugung und dem Kraftwerksbau will er sich in drei bis spätestens fünf Jahren komplett zurückgezogen haben. Die Mehrheit an der dritten Konzernsparte Immobilien will Engel ebenfalls abgeben. Den ursprünglichen Plan, die Sparte an die Börse zu bringen, hat er indes verworfen.

Der Deal ist aber noch nicht komplett gesichert. Verschiedene Aufsichtsgremien müssen noch zustimmen. Evonik verlangt zudem, dass der Käufer der ersten Tranche auch den Erwerb der restlichen 49 Prozent fest zusagt. Die Stadtwerke haben aber bis zum kommenden Sommer Zeit, sich dies von ihren Kommunen absegnen zu lassen – oder zusätzliche Partner zu suchen.

Dann könnten sie ab Januar 2014 weitere Steag-Anteile erwerben. Evonik wiederum könnte ab Januar 2016 die restlichen Steag-Aktien auch an einen anderen Interessenten abgeben.

  • 13.12.2010, 21:06 UhrHeiner Bremer

    .....wie wollen die Pleite-Komunen des Ruhrpotts das denn bezahlen ? Geht da denn nicht mal einer auf die Strasse und sagt:...jetzt ist Schluß mit Schulden..........oder hat die Kulturhauptstadt zur
    Selbstüberschätzung und birnenverweichung geführt.
    Auf die Abrechnung warte ich auch noch !!

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