Steht Volkert zu nah am Vorstand?
Die wichtigsten Akteure im VW-Tarifkonflikt bei Volkswagen

Vier Personen stehen im Zentrum der Tarifauseinandersetzung bei Europas größtem Autohersteller:

HB WOLFSBURG. Der IG Metall-Verhandlungsführer und niedersächsische Landesvorsitzende Hartmut Meine, VW-Personalvorstand Peter Hartz, VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn und der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Volkert.

Hartmut Meine: Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG Metall ist seit 20 Jahren Tarifprofi - als Hardliner gilt er selbst bei Gegnern nicht. Meine steht seit 1998 an der Spitze der Gewerkschaft in Niedersachsen und beerbte damals den heutigen Gewerkschaftsboss Jürgen Peters. 2001 handelte der gebürtige Hildesheimer den viel gelobten Tarifvertrag 5000 mal 5000 aus, der der erste Ausstieg aus dem VW-Haustarifvertrag war und der neue Jobs für Arbeitslose bringen sollte. Öffentlich setzt Meine auf simple Formeln, hinter den Kulissen gilt er als gewiefter Taktiker.

Peter Hartz: Bei Peter Hartz denken inzwischen nur noch die wenigsten an den Personalvorstand von VW - der Name des Kanzlerfreundes ist vor allem mit dem Programm Hartz IV verbunden. Im VW-Tarifkonflikt ist Peter Hartz der Mann, der hinter den Kulissen die Marschrichtung vorgibt. Hartz gilt seit jeher als großer Modernisierer und Moderator im Konflikt zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Er gehörte zu den Erfindern der damals bahnbrechenden Vier-Tage-Woche bei VW.

Josef-Fidelis Senn: Der VW-Verhandlungsführer ist der Mann hinter Personalchef Peter Hartz und hält sich in der Öffentlichkeit gerne zurück. Für den Personalmanager ist die Tarifrunde bei VW eine Grundsatzentscheidung über die Frage, wie Aktionärsinteressen (Shareholder value) mit Beschäftigungssicherheit kombiniert werden kann. Der gebürtige Schwabe zählt „Nervenstärke“ zu seinen Qualitäten. Für VW reist er für Verhandlungen quer durch die Welt und handelte mit Gewerkschaftsführer Meine den Tarifvertrag 5000 mal 5000 aus. Senn ist seit 1998 bei VW, zuerst kam er als Personalleiter nach Kassel, dann als Leiter des Zentralen Personalwesens nach Wolfsburg.

Klaus Volkert: Der gelernte Schmied steht seit 14 Jahren an der Spitze des Betriebsrates des VW-Konzerns und fing 1969 als Mechaniker bei VW an. Volkert ist zwar nicht Verhandlungsführer der Gewerkschaft, spielt bei den Gesprächen aber eine Schlüsselrolle, weil er die Wünsche und Stimmungen der Beschäftigten genau kennt. Ihm wird im Gegensatz zu Gewerkschaftschef Meine mehr Bereitschaft nachgesagt, sich auf die Positionen von VW zuzubewegen. In der Belegschaft gilt der Betriebsratschef inzwischen nicht mehr als unumstritten. Der häufigste Vorwurf lautet, dass ihm eine zu große Nähe zum Vorstand nachgesagt wird.

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