Steigender Wettbewerbsdruck
VW droht in China Milliarden-Verlust

HB BERLIN. Der Wolfsburger Autokonzern Volkswagen muss in China in diesem Jahr mit einem Milliarden-Verlust rechnen. Der Marktanteil des Konzerns sei in den ersten beiden Monaten des Jahres von 29 auf elf Prozent gefallen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf eine Analyse des Investmenthauses Goldman Sachs.

«Rückläufige Mengen und Preise kollidieren mit beträchtlichen fixen Kosten», heißt es in der Studie. Goldman Sachs bezifferte die festen Kosten 2004 auf etwa 30 Prozent der Einnahmen, die dieses Jahr aber um rund ein Drittel zurückgehen dürften.

«Volkswagen steht vor einer größer werdenden Krise in China», schreibt das Investmenthaus in seiner Verlusterwartung. Trotz des starken Rückgangs des Marktanteils zum Jahresbeginn geht Goldman Sachs vorsichtig von 23 Prozent im ganzen Jahr aus. Die VW-Preise dürften angesichts der Rabattschlacht in China um fünf Prozent fallen. Möglicherweise könne Volkswagen seine variablen Kosten um zehn Prozent senken. Der Bericht warnte aber mit Blick auf steigende Rohstoff- und Stahlpreise: «All diese Annahmen könnten zu optimistisch sein.»

Sollte der Marktanteil sogar auf 15 Prozent fallen, sei mit Verlusten von 1,4 Milliarden Euro zu rechnen. Der Automarkt in China gerät zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Der Pionier in China habe in den Boom-Jahren 2000 bis 2003 hohes Wachstum und große Gewinnmargen verzeichnet, was die Aufmerksamkeit der anderen internationalen Autohersteller geweckt habe, die auch auf den chinesischen Markt vorgedrungen seien, heißt es in der Studie. Volkswagen unterhält in Changchun in Nordostchina und in Schanghai zwei Gemeinschaftsunternehmen.

Wie Volkswagen am Samstag bestätigte, wechselt der Konzern das Management in China aus. Der Vize-Chef von Skoda, Winfried Vahland, löst den bisher Verantwortlichen Folker Weißgerber ab, der aus dem Unternehmen ausscheidet. China-Chef Bernd Leißner geht in den Ruhestand.

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