Steigerung der F+E-Ausgaben
Astra-Zeneca forciert Forschung

Der britische Pharmakonzern Astra-Zeneca will seine Investitionen in die Forschung deutlich verstärken. „Das hat für uns klar Vorrang“, sagte der neue Firmenchef David Brennan im Gespräch mit dem Handelsblatt.

FRANKFURT/LONDON. Auf diese Weise soll einerseits die Produktivität des Unternehmens gesteigert werden. Auf der anderen Seite ermöglichen die bereitgestellten Mittel zusätzliche oder weiter gehende Allianzen mit externen Partnern oder sogar Zukäufe im Biotechbereich.

Brennan hat zu Jahresbeginn die Führung von Europas viertgrößtem Pharmahersteller übernommen. Der gebürtige Amerikaner ist zwar Marketingfachmann, betrachtet indes die technische Innovationsstrategie als entscheidend für den Erfolg des Konzerns. So dürften schon im laufenden Jahr die F+E-Ausgaben des Konzerns deutlich überproportional zulegen und möglicherweise wieder 17 Prozent des Umsatzes erreichen, gegenüber rund 14 Prozent im vergangenen Jahr. „Und wenn wir darüber hinaus gehen müssen, können wir das ebenfalls tun“, kündigt Brennan an.

Analysten begegnen dieser F+E-Offensive bisher noch mit Skepsis. „Die Erfolgsbilanz des Konzerns auf diesem Gebiet war in jüngerer Zeit nicht gut“, heißt es in einer Studie der Investmentbank Lehman Brothers. Dabei folgt Astra-Zeneca im Prinzip dem Beispiel etlicher anderer Konzerne wie etwa Glaxo-Smithkline und Pfizer, die ihre F+E-Ausgaben ebenfalls deutlich gesteigert oder doch angekündigt haben, dies zu tun. Viele Pharmafirmen stehen vor der Herausforderung, gescheiterte Entwicklungsprojekte sowie den Ablauf von Patenten bei wichtigen Umsatzträgern zu kompensieren.

Auch Astra-Zeneca ist in jüngerer Zeit unter Druck geraten, nachdem in den vergangenen beiden Jahren mehrere Entwicklungen gescheitert sind oder sich verzögert haben. Das neuartige Thrombosemedikament Exanta zum Beispiel, das einst zu den großen Hoffnungsträgern zählte, musste das Unternehmen vor wenigen Tagen wegen der Gefahr von Leberschäden vom Markt nehmen. Gleichzeitig wird das umsatzstarke Herzmedikament Toprol seinen Patentschutz voraussichtlich früher verlieren als erwartet.

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