Stellen werden gestrichen und Werke geschlossen
Schering schlägt harten Sparkurs ein

Ein massiver Stellenabbau und die Schließung von Standorten soll die Profitabilität des Berliner Pharmakonzerns Schering wieder steigern. Zugleich will Schering das gut laufende Geschäft in den USA ausbauen und sich stärker auf die Sparten Krebsbekämpfung, Verhütungsmittel und Diagnostika konzentrieren.

HB BERLIN. Bis 2006 wolle der Konzern seinen Umsatz um gut 20 % auf rund 5,8 Mrd. € steigern und einen Betriebsgewinn von über einer Milliarde Euro ausweisen, sagte Konzernchef Hubertus Erlen bei der Vorstellung der Umstrukturierungspläne. Zusätzlich zum bereits beschlossenen Abbau von 1100 Stellen sollen weltweit weitere 900 der insgesamt gut 25 000 Arbeitsplätze wegfallen. Auch die Hälfte seiner 24 kleineren Produktionsstandorte will der Konzern aufgeben. Die Schering-Aktie wurde mittags kaum verändert zum Vortagesschluss mit 45 € gehandelt.

Der stark exportorientierte Schering-Konzern hatte im vergangenen Jahr unter dem schwachen Dollar gelitten und musste seine Gewinnprognosen zurücknehmen. Vom Umsatz blieb nur ein Betriebsgewinn von gut 14 %, was weit unter dem Durchschnitt der Branche lag. Bis 2006 soll die Umsatzrendite nun wieder auf 18 % steigen.

In den kommenden Jahren solle der Gewinn stärker als der Umsatz steigen, hieß es. Profitabel sind bei Schering vor allem die größeren Produkte wie die Anti-Baby-Pille Yasmin und das Multiple-Sklerose-Präparat Betaferon, die sich besonders in den USA gut verkaufen. Dagegen standen kleinere Produkte und die mit 200 Mill. € Umsatz relativ kleine Sparte Dermatologie zuletzt intern auf dem Prüfstand.

Das Dermatologiegeschäft soll nun zum 1. Oktober in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert werden und sich Partner für eine stärkere Vermarktung suchen. „Die Dermatologie hat keine strategische Bedeutung mehr“, sagte Erlen. Einen Verkauf solle es aber zunächst nicht geben, sagte er und bestätigte damit einen Reuters-Bericht vom Vorabend. Sehr langfristig wollte Schering aber weder einen Verkauf noch einen Börsengang der Sparte ausschließen.

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