Stellenabbau
3 000 Jobs bei Bayer-Servicetochter bedroht

Das Benq-Desaster schlägt noch hohe Wellen, da deutet sich die nächste Kündigungswelle an: Nach einem Medienbericht will die Bayer Industry Services (BIS), ein Tochterunternehmen des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns, 3000 Stellen streichen oder zumindest auslagern.

HB LEVERKUSEN. Die "Rheinische Post" (Samstag) berichtete unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise, dass der größte Chemieparkbetreiber Deutschlands an den Standorten Leverkusen, Krefeld und Dormagen Arbeitsplätze abbauen will. Dabei würde die Mitarbeiterzahl bei BIS halbiert. Das Unternehmen wollte die Zahlen am Samstag nicht kommentieren. Es müsse ein bestimmter Informationsweg eingehalten werden, sagte eine Firmensprecherin. Am Montag sollen dem Aufsichtsrat und dem Wirtschaftsausschuss Details zu der zukünftigen Planung bei BIS mitgeteilt werden. Anschließend sollen die Mitarbeiter über die weitere Entwicklung informiert werden, hieß es von Unternehmensseite.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Bayer Industry Services, Klaus Schäfer, betonte am Samstag in einer schriftlichen Mitteilung, dass die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden müsse. Eine Aufsplittung einzelner Unternehmensbereiche schloss er nicht aus: "Alle Aktivitäten, die wir heute anbieten, werden im Chemiepark gebraucht. Die Frage ist aber: Müssen wir auch alle Dienstleistungen selbst anbieten - oder können dies andere Firmen besser", erklärte Schäfer. Nur profitable Arbeitsplätze seien sichere Arbeitsplätze.

BIS liefert einen Großteil der Dienstleistungen zum Betrieb von Chemieparks in Deutschland und ist eine gemeinsame Tochter der Chemiekonzerne Bayer und Lanxess. Mit rund 6 000 Mitarbeitern ist das Unternehmen in sieben Bereichen tätig - dazu gehören Energie- und Umweltdienste, Öffentlichkeitsarbeit, Werkssicherheit und Instandhaltung der Infrastruktur. Der Umsatz von Bayer Industry Services lag 2005 bei 1,6 Milliarden Euro.

In den vergangenen Wochen hatten Mitarbeiter der Boston Consulting Group das Unternehmen unter die Lupe genommen und auf Einsparmöglichkeiten hin untersucht. Der Betriebsrat von BIS hatte am Mittwoch die Befürchtung geäußert, dass Bayer und der Miteigentümer Lanxess das verlustreiche Unternehmen mit einem rigiden Sanierungsplan wieder auf Kurs bringen wollen. Von Betriebsratseite wird vermutet, dass der Chemieparkbetreiber zerschlagen werden soll und zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Gerade die verhaltene Informationspolitik seitens der Vorstandsvorsitzenden Werner Wenning (Bayer) und Axel Heitmann (Lanxess) zur Zukunft von BIS hat den Betriebsrat nach eigener Auskunft alarmiert.

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