Stellenabbau bei Siemens
Tausende Arbeitnehmer protestieren gegen Konzernumbau

Der Ärger bei den Siemens-Beschäftigten wächst: Schon wieder stehen tausende Jobs auf der Streichliste von Konzernchef Kaeser. Und es gibt Befürchtungen, dass noch weitere Kürzungen drohen könnten.
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München/DuisburgTausende Siemens-Beschäftigte haben am Dienstag gegen die neuen Stellenabbau-Pläne des Elektrokonzerns protestiert. An zahlreichen deutschen Standorten des Unternehmens machten sie ihrem Ärger bei Demonstrationen und Kundgebungen Luft und sammelten Unterschriften gegen die Kürzungen. Die IG Metall, die zu dem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto „Standort D stärken – Margenwahn stoppen!“ aufgerufen hatte, sprach am Mittag von mehr als 6000 aktiven Teilnehmern. Mehrere zehntausend Beschäftigte dürften zudem über Flugblattaktionen, Infostände und Betriebsversammlungen erreicht werden, erklärte ein IG-Metall-Sprecher in München.

Mit dem Aktionstag wollen sich die Beschäftigten gegen den Abbau weiterer 2200 Arbeitsplätze in Deutschland zur Wehr setzen, den Siemens-Chef Joe Kaeser Anfang Mai verkündet hatte. Damit reagiert der Konzern auf die anhaltenden Probleme im Stromerzeugungsgeschäft und die Ertragsschwäche in einigen Geschäftseinheiten. Weltweit stehen deshalb noch einmal 4500 Jobs auf der Kippe – nachdem der Konzernumbau und die Schwierigkeiten im Energiegeschäft bereits tausende Arbeitsplätze kosten.

Kaeser hält die Kürzungen für unvermeidlich. Diese würden aber „überlegt und sozialverträglich“ verwirklicht, sagte der Siemens-Chef der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund dieser „zweiten Welle“ sei die neue Situation im Stromerzeugungsgeschäft. „In Deutschland ist im Wesentlichen vor dem Hintergrund der Energiewende die Nachfrage für große Gaskraftwerke eingebrochen. Und auch im restlichen Europa ist es so, dass durch das geringe Wachstum dieser Länder und eine höhere Energieeffizienz der Bedarf insgesamt sinkt“, sagte Kaeser. Deshalb sei der europäische und deutsche Markt für fossile, große Turbinen „nicht mehr existent“. Das Unternehmen müsse „entsprechend eingreifen“.

Schwerpunkte der Protestaktionen sollten Duisburg, Berlin und Nürnberg sein. In Berlin kündigte Siemens-Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn dem Management einen entschlossenen Einsatz für die Arbeitsplätze an. „Wir brauchen Innovation und Motivation statt Kosteneinsparungen und Personalabbau“, rief Steinborn der Belegschaft bei einer Kundgebung zu. „Darum werden wir kämpfen wie die Bären.“

Nach Angaben der IG Metall versammelten sich vor der Berliner Siemens-Verwaltung rund 1500 Beschäftigte, um gegen Kürzungspläne des Vorstands zu demonstrieren. Bisher waren Arbeitnehmervertreter davon ausgegangen, dass an dem Standort insgesamt rund 800 Jobs im Gasturbinen-Werk auf der Kippe stehen, nun wird der Wegfall weiterer 600 Arbeitsplätze im Schaltwerk von Siemens befürchtet. Ein Unternehmenssprecher wollte dies nicht näher kommentieren, sagte aber: „Ich kann diese Angaben nicht nachvollziehen.“

In Nürnberg beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 1200 Beschäftigte an einer Protestaktion. Dabei warnte Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler davor, zugunsten kurzfristiger Sparmaßnahmen zentrale Bereiche im Kerngeschäft von Siemens zu schwächen. Das sei ein „Spiel mit dem Feuer“, mahnte Wechsler.


Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dürfte doch für die Beschäftigten kein Problem sein, es werden doch Händeringend Facharbeiter gesucht, die kommen sogar schon per Seereise aus Afrika herüber, also ich verstehe das Jammern nicht, die haben doch morgen alle einen neuen Job und bei großem Bedarf an Fachkräften kann man doch gut in Gehaltsverhandlungen reingehen.
    Oder ist es vielleicht doch ganz anders?

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