Stellenabbau
Conti steht zu seinem Sparprogramm

Unter massiven Protesten streicht der Autozulieferer Continental 1 900 Stellen. Mit der Übernahme durch Schaeffler habe der Schritt nichts zu tun, heißt es. Jetzt beginnt in Frankreich und im Stammwerk Hannover das Gezerre um einen Interessenausgleich.

MÜNCHEN/HANNOVER. Die Spitze des finanziell angeschlagenen Autozulieferers und Reifenherstellers Continental hält trotz massiven Protests von Betriebsräten, Gewerkschaftern und französischen Politikern an dem Abbau von 1 900 Arbeitsplätzen in Deutschland und Frankreich fest. "Die Ziele zum Abbau überschüssiger Fertigungskapazität können und werden wir nicht zurücknehmen", sagte Conti-Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente gestern dem Handelsblatt. Der Autozulieferer breche mit den Plänen auch keine bestehenden Vereinbarungen. "Wir halten uns an Gesetze, Tarifverträge und an Zusagen", betonte Wente. Mit der Übernahme durch Schaeffler, die die neue Gruppe finanziell in Not gebracht hat, habe der Stellenabbau nichts zu tun.

Angesichts von Autokrise und hoher Verschuldung hatte Conti in der vergangenen Woche die Schließung der Reifenproduktion im Stammwerk Hannover und im französischen Clairoix angekündigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy zu, mit Conti zu sprechen, ob es "Zusagen gegeben hat, die eventuell nicht eingehalten worden sind". Auch in Deutschland gab es heftige Proteste.

"Es gibt keine Garantien und keinen Rechtsbruch", erläuterte Wente. In Frankreich habe Conti ein Modell aufgesetzt, durch das die Arbeitszeit verlängert wird. Im Gegenzug seien dort wie vereinbart 44 Millionen Euro investiert worden, in Stöcken habe man 25 Millionen Euro in die Hand genommen. "Das macht keiner, weil er die Werke schließen will", sagte Wente. Doch mit der Brachialgewalt des Nachfrageeinbruches habe niemand rechnen können.

Wenn man strukturelle Veränderungen in Stammwerken vornehme, habe das immer eine besondere Brisanz, betont Wente. In Hannover-Stöcken werde sich schon heute der Wirtschaftsausschuss mit den Plänen beschäftigen, morgen gebe es eine Betriebsversammlung. "Wir wollen dann so schnell wie möglich in die Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan inklusive Qualifizierungsgesellschaft einsteigen, damit die Beschäftigten eine Orientierung bekommen."

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