Stellenabbau geht damit einher
Deutsche Michelin-Mitarbeiter sollen länger arbeiten

Der französische Reifenkonzern Michelin plant in Deutschland einen Stellenabbau. Um die Arbeit dennoch bewältigen zu können, sollen die 5 750 Mitarbeiter in den fünf deutschen Produktionsstätten länger arbeiten – und das ohne Lohnausgleich.

dpa KARLSRUHE. Die Arbeitszeit soll von 37,5 auf 40 Stunden in der Woche erhöht werden. Im Gegenzug wolle Michelin eine Standortgarantie über mehrere Jahre abgeben. „Wir haben dem Betriebsrat einen Zukunftspakt vorgeschlagen“, sagte ein Michelin-Sprecher am Freitag auf Anfrage und bestätigte entsprechende Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Nach Angaben der Zeitung sollen die Verhandlungen im November beginnen; im Frühjahr 2007 soll das Ergebnis stehen. „Der Druck von Wettbewerb und Kunden ist enorm. Wir können nicht länger warten und brauchen einen Zukunftspakt“, wurde Michelin-Deutschland-Direktor Jürgen Eitel zitiert. Der Schritt werde auch zu Personalabbau führen, der aber durch das reguläre Ausscheiden von Mitarbeitern aufgefangen werden könne.

Zur Michelin Reifenwerke KGaA gehören Werke in Karlsruhe, Homburg, Bad Kreuznach, Hallstadt (bei Bamberg) und Trier. Hergestellt werden Lkw- und Pkw-Reifen, Stahlseile und Drahtkerne.

„Anders als die Pkw-Preise liegen die Preise für Pkw-Reifen in Deutschland um rund 5 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt“, erklärte das Unternehmen. Kostennachteile des Standorts seien in der Vergangenheit „sozial verträglich korrigiert“ worden. Der vorgeschlagene Pakt mit Belegschaft und Gewerkschaft solle eine klare Perspektive für den Erhalt der Reifenproduktion in Deutschland geben. Es gebe grünes Licht für ein Investitionsvolumen von 200 Mill. Euro, falls die Produktivität bis zum Jahr 2010 um 30 Prozent zulege und die Kosten weiter gesenkt werden können.

Der Michelin-Betriebsrat erklärte sich zu Gesprächen bereit, stellte aber auch Bedingungen. „Wir fordern Investitionszusagen und eine Standort- sowie eine Volumengarantie für die Auslastung der Werke“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Dieter Wegel. Das Unternehmen habe schon seit längerem keinen Hehl daraus gemacht, das es Fortschritte bei der Produktivität geben müsse. „Es wird aber keinen direkten Arbeitsplatzabbau geben“, sagte Wegel weiter.

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