Stellenabbau geplant
VW knöpft sich nun ausländische Werke vor

Europas größter Autobauer plant Zeitungsberichten zufolge in seinen westeuropäischen Werken, in denen insgesamt rund 35 000 Menschen beschäftigt sind, einen massiven Stellenabbau. Ein deutscher Volkswagen-Standort soll im Gegenzug deutlich gestärkt werden.

HB FRANKFURT. In den VW-Produktionsstätten in Brüssel, im spanischen Pamplona und im portugiesischen Palmela werde es zu deutlichen Kapazitäts- und Produktionskürzungen sowie zu Stellenstreichungen kommen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in ihrer Samstagausgabe ohne Nennung von Quellen. Das Stammwerk in Wolfsburg solle zeitgleich gestärkt werden. Nach internen Planungen solle die Golf-Produktion in Brüssel zu einem großen Teil nach Wolfsburg verlagert werden, heißt es in der FAZ. Derzeit sei im Gespräch, rund 80 000 der 130 000 in Brüssel produzierten Fahrzeuge zu verlagern. Die Golf-Produktion in Wolfsburg würde damit auf rund 460 000 Einheiten steigen und dem Werk Vollauslastung bringen, schreibt das Blatt.

Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ zitierte zudem vorab aus ihrer Samstagausgabe VW-Personalvorstand Horst Neumann: „Wir werden das Thema Rückbau auch in Westeuropa angehen.“ Er nannte jedoch keine Zahlen. Den Berichten zufolge wird sich der Konzern bei den Kürzungen am Stellenabbau in den deutschen Werken orientieren, wo 20 Prozent der 100 000 Arbeitsplätze auf dem Prüfstand stehen. Nach Berechnungen der „FAZ“ könnten in den drei westeuropäischen Werken bis zu 2400 Arbeitsplätze gefährdet sein. Werksschließungen seien derzeit nicht geplant, schrieb die Zeitung.

Ein VW-Sprecher sagte dazu: „Spekulationen über unsere Produktionsplanung kommentieren wir nicht.“ Auch der Betriebsrat des Autobauers wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern. Am 17. November will der VW-Aufsichtsrat in einer Planungsrunde über Investitionen für das nächste Jahr beraten. Hier könnten Entscheidungen über die künftige Produktion in den Werken getroffen werden.

Ende September hatte sich der Konzern nach zähem Ringen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, der die sechs westdeutschen Werke stärken soll. Er sieht unter anderem die Fertigung festgelegter Stückzahlen vor. Das zuletzt gerade noch zu 70 Prozent ausgelastete Stammwerk in Wolfsburg soll mit dem neuen Golf und einem weiteren Massenmodell stärker ausgelastet werden. Personalvorstand Neumann sagte der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: „Wir sind endlich in einer vergleichbaren Position zu anderen deutschen Herstellern.“ Die deutschen Werke seien mit dem neuen VW-Haustarif erheblich wettbewerbsfähiger geworden. Es sei aber „durchaus denkbar“, dass VW in zwei oder drei Jahren ein weiteres Abfindungsprogramm auflegen werde. Bislang hätten knapp 6000 Mitarbeiter das Abfindungsangebot des Vorstands angenommen.

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