Stellenabbau
Gewerkschaft hält bei RAG still

Bei den Vorbereitungen des geplanten Börsengangs erhält RAG-Chef Werner Müller Unterstützung aus der Belegschaft. Deren Vertreter stimmen Müllers Plan zu, die Verwaltung der bislang eigenständigen Tochtergesellschaften zu zentralisieren und dabei bis zu 2 000 Stellen zu streichen.

FRANKFURT / DÜSSELDORF. „Wir unterstützen den geplanten Börsengang und tragen deshalb auch die Konsequenzen mit – unter der Voraussetzung, dass ein notwendiger Stellenabbau sozialverträglich durchgeführt wird“, sagte Christoph Meer, Sprecher der Gewerkschaft IGBCE, dem Handelsblatt. Die Gewerkschaft ist mit drei Personen im Aufsichtsrat der RAG vertreten und zuständig für die von den Sparmaßnahmen betroffenen RAG-Tochtergesellschaften Degussa, Steag und die RAG selbst.

Müller hatte in einem Brief an die Mitarbeiter des Konzerns angekündigt, die Geschäftsfelder des Konzerns neu zu ordnen und dabei einer integrierten Führungsgesellschaft die Leitung der operativen Einheiten Chemie, Energie und Immobilien zu übertragen.

Hintergrund ist der von Müller geplante Börsengang der RAG im Jahr 2007. Durch die Zentralisierung sollen angeblich 1 500 bis 2 000 der insgesamt 4 300 Stellen in der Verwaltung bis 2009 wegfallen. Der Konzern erhofft sich daraus Einsparungen von jährlich 250 Mill. Euro. Eine Konzernsprecherin bestätigte die Pläne, wollte sich aber zu Details wie die Zahl der zu streichenden Stellen nicht äußern.

Auch Gewerkschaftssprecher Meer wollte zu den Stellenstreichungen nicht konkret Stellung nehmen. „Die Einzelheiten müssen noch geregelt werden“, sagte er. Die Diskussion um das intern „Sirius“ genannte Sparprogramm sei aber nicht neu. „Wir sind seit Monaten an den Diskussionen beteiligt“, sagte er. Müller habe schon früher auf „barocke Strukturen“ bei der RAG hingewiesen. Am 17. Mai wird der Aufsichtsrat der RAG über die Sparpläne entscheiden. Der Vorstand der RAG hat sie bereits vor gut zwei Wochen abgesegnet.

Analysten betrachten die Sparpläne der RAG als logische Konsequenz aus der Neuordnung des Konzerns nach der Komplettübernahme der Degussa. „Es ist letztlich naheliegend, dass man das jetzt angeht“, sagt Lutz Grueten von Kepler Equities. Dabei hatte Degussa selbst bereits in jüngerer Zeit die Strukturen vereinfacht und die interne Hierarchie im vergangenen Jahr um eine Führungsebene gekürzt. Die Holding des Chemiekonzerns mit derzeit noch rund 150 Mitarbeitern gilt inzwischen als relativ schlank. Allerdings wird sie nach einer vollständigen Integration in den RAG-Konzern letztlich überflüssig.

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