Stellenabbau in der Verwaltung
Gewerkschaft will gegen Daimler-Pläne demonstrieren

Bei den Verhandlungen des Daimler-Chrysler-Managements mit dem Betriebsrat im Zusammenhang mit dem Abbau von 6000 Stellen in der Verwaltung haben die Arbeitnehmervertreter jetzt erstmals zu einer öffentlichen Protestkundgebung aufgerufen.

HB STUTTGART. „Die Verhandlungen über einen Interessenausgleich zum Personalabbau in den Verwaltungsbereichen von Daimler-Chrysler sind festgefahren“, teilte der Gesamtbetriebsrat des weltweit fünftgrößten Autoherstellers am Freitag in Stuttgart mit. Es habe in den seit Mitte Mai laufenden Verhandlungen auch am Freitag keine Fortschritte gegeben. Die IG Metall rufe deshalb alle von dem Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter für Montagvormittag zu einer Kundgebung in der bisherigen Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen auf.

Parallel dazu werden die Unternehmensleitung und der Betriebsrat ihre Verhandlungen über einen Interessenausgleich fortsetzen. Mit der gleichzeitig stattfindenden Kundgebung könnten die Beschäftigten den Betriebsrat in seinen Forderungen nach Ausschluss von Änderungskündigungen und Fremdvergabe von Verwaltungsaufgaben unterstützen und ein Signal gegenüber dem Vorstand setzen, hieß es in dem Aufruf des Gesamtbetriebsrat.

Von Daimler-Chrysler war keine Stellungnahme dazu zu erhalten. „Wir kommentieren das nicht“, sagte eine Sprecherin. Der Stuttgarter Konzern will seine Verwaltung straffen und Kosten sparen. Deshalb sollen bis Ende 2008 rund 6000 Stellen oder jede fünfte Arbeitsplatz in der Zentrale weltweit gestrichen werden. Der Sitz der Konzernzentrale zieht ins Motorenwerk nach Stuttgart-Untertürkheim um.

Für die rund 3300 vom Stellenabbau betroffenen Beschäftigten in Deutschland verhandelt der Betriebsrat mit der Unternehmensleitung über einen Interessenausgleich, um die Folgen abzumildern. Verhindern kann der Betriebsrat den Stellenabbau nicht. Für die Mehrzahl der betroffenen Mitarbeiter sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Für freiwilliges Ausscheiden oder Frühpensionierung will der Konzern Abfindungen bis zu 275 000 Euro zahlen.

Die Arbeitnehmervertretung will in den Verhandlungen erreichen, dass keine Zwangsversetzungen innerhalb Deutschlands durch Änderungskündigungen erfolgen. Auch die Zentralisierung und mögliche Auslagerung von Verwaltungsabteilungen wie etwa Personal, Entlohnung oder Controlling stößt beim Betriebsrat auf Kritik. Früheren Angaben zufolge will Daimler-Chrysler zum Jahresende größtenteils in der neuen Organisationsstruktur arbeiten. Die Verhandlungen über den Interessenausgleich und mögliche Versetzungen sollen bis Ende Juli abgeschlossen sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%