Stellenabbau in Flugzeugsparte

Bombardier streicht weitere 1750 Stellen

Erst Anfang des Jahres entließ der kanadische Industriekonzern Bombardier 1000 Angestellte seiner Flugzeugsparte. Jetzt werden weitere Stellen gestrichen. Als Geschäftsstütze planen die Kanadier einen Börsengang.
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Das Geschäft mit Flugzeugen schwächelt, die Zugsparte von Bombardier dagegen blüht. Darum plant der kanadische Industriekonzern einen Börsengang – in Deutschland. Quelle: Reuters
Zuggeschäft als Stütze

Das Geschäft mit Flugzeugen schwächelt, die Zugsparte von Bombardier dagegen blüht. Darum plant der kanadische Industriekonzern einen Börsengang – in Deutschland.

(Foto: Reuters)

TorontoBombardier streicht in seiner Flugzeugsparte weitere Stellen. 1750 Arbeitsplätze fielen weg, teilte der kanadische Industriekonzern am Donnerstag mit. Am stärksten betroffen sei mit 1000 Jobs die Region Montreal. Der Rest verteile sich auf Toronto und Belfast. Hintergrund der Entscheidung sei die anhaltend schwache Nachfrage nach Firmenjets. Deshalb kündigte Bombardier zudem Produktionskürzungen an. Der Bau der Modelle Global 5000 und Global 6000 solle ab Juni 2015 schrittweise bis ins erste Quartal 2016 verringert werden. Insgesamt hat Bombardier knapp 70.000 Mitarbeiter, davon 11.600 in der Sparte für Flugzeuge für Geschäftsreisen.

Die beliebtesten Business-Flugzeuge Europas
Platz 24 - Global 5000 - 2.534 Starts (2017)
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Maßstäbe setzt die Global-Serie von Bombardier insbesondere in der Reichweite. Zuletzt ging die Zahl der Abflüge jedoch deutlich zurück – um sechs bis sieben Prozent. Die Finanzkrise 2008 hat der Branche mächtig zugesetzt. Manche Anbieter von Business-Flügen haben sich besser erholt als andere.

Quelle: Die Rangliste basiert auf Angaben von WINGX Advance und bezieht sich auf alle Starts von europäischen Airports im Jahr 2017. Das Marktforschungsinstitut hat die Daten der europäischen Luftverkehrskontrolle Eurocontrol für den Zeitraum von Januar bis Mai 2017 ausgewertet.

Platz 23 - Learjet 60 - 2.693 Starts
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Das zweistrahlige Geschäftsreiseflugzeug von Bombardier stieg zuletzt wieder häufiger auf. Seit Jahresbeginn verbuchte dass Modell 11,7 Prozent mehr Abflüge.

Platz 22 - Hawker 400 - 3.136 Starts
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Sogar ein 19-prozentiges Plus gab es für die Maschine des US-amerikanischen Herstellers Hawker Beechcraft. Höchstgeschwindigkeit: über 860 km/h.

Platz 21 - Learjet 35 - 3.152 Starts
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Der Erstflug liegt schon über 40 Jahre zurück. Der Bombardier-Jet verlor zwischen 2015 und 2016 sieben Prozent, in diesem Jahr ging das Minus bisher zurück.

Platz 20 - Learjet 45 - 3.428 Starts
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Zwischen 2015 und 2016 flogen Businessjets um gut zweieinhalb Prozent häufiger ab. Diesen Wert überstieg die Bombardier-Maschine mit einem Plus von 16 Prozent mit Abstand.

Platz 19 - Phenom 100 - 3.577 Starts
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Der leichte Jet des brasilianischen Unternehmens Embraer kann vier bis sechs Passagiere befördern. Und das tat er zuletzt vermehrt. Um satte 50 Prozent stiegen die Abflugzahlen seit Jahresbeginn.

Platz 18 - G300-450 - 3.938 Starts
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Eine solche Gulfstream ist auch bei Promis beliebt. Hier landet US-Schauspieler Brad Pitt auf dem Flughafen von Valletta. Der Rückgang der Abflüge zwischen 2015 und 2016 (neun Prozent) konnte in den vergangenen Monaten zumindest aufgefangen werden.

Bereits zu Anfang des Jahres stoppte Bombardier die Entwicklung des Learjet 85 und entließ deshalb 1000 Beschäftigte. Der Markt für Firmenjets hat sich von dem Absatzeinbruch nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise bislang nicht vollständig erholt. Bei Bombardier blieb der Gewinn aus dieser Sparte im ersten Quartal zwar stabil. Es wurden jedoch nur 19 Maschinen bestellt. Ein Jahr zuvor waren es noch 46.

Zur Stützung des angeschlagenen Flugzeuggeschäfts will Bombardier einen Teil seiner Zugsparte Ende des Jahres in Deutschland an die Börse bringen. Sitz des Bereichs ist Berlin.

  • rtr
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