Stellenabbau soll gestoppt werden
Maschinenbauer im Aufwind

Der deutsche Maschinenbau kann zumindest teilweise aufatmen: Die Beschäftigungslage hat sich stabilisiert. Daher soll der jahrelange Stellenabbau in der Branche 2006 gestoppt werden. Neue Stellen werden jedoch auch nicht geschaffen.

HB FRANKFURT. „Bei zwei Prozent Wachstum ist aber nicht mit einem signifikanten Beschäftigungsaufbau zu rechnen“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher. Jährlich fallen in der deutschen Schlüsselbranche zwei bis drei Prozent der Arbeitsplätze durch Rationalisierungen weg. 2005 haben die Maschinenbauer trotz eines neuerlichen Produktionsrekords die Mitarbeiterzahl um rund 5000 auf 858 000 reduziert – vor zehn Jahren zählte die Branche noch 965 000 Beschäftigte.

„Das Risiko ist vielen Unternehmen zu groß“, sagte Brucklacher. Die Firmen müssten wegen der zyklischen Entwicklung bei einem Abschwung wieder Mitarbeiter entlassen. Deshalb hätten die Unternehmen in diesem Jahr die vollen Auftragsbücher mit Leiharbeit, Arbeitszeitkonten und Überstunden abgearbeitet. „Die Beschäftigung von Festangestellten ist nur noch Teil der Arbeitswelt.“ Zudem wirke sich die Arbeitsteilung zwischen in- und ausländischen Standorten aus. Gleichzeitig fehlten aber rund 5000 Ingenieure und Facharbeiter.

Nach dem Boomjahr 2005 mit einem realen Produktionsplus von vier Prozent rechnet die mittelständisch geprägte Branche 2006 nur mit einem halb so großen Plus von zwei Prozent. „Wir gehen verhalten optimistisch ins neue Jahr“, sagte der Verbandspräsident. Es wäre aber das dritte Wachstumsjahr in Folge. Rückenwind erhofft sich die Industrie aus dem Inland, wo die Nachfrage endlich anspringen soll. „Der Nachholbedarf ist schon seit Jahren da. Jetzt muss endlich etwas geschehen. Die Modernisierung der deutschen Industrie läuft zu langsam.“

Das Geschäft im Inland sei 2005 unbefriedigend verlaufen, die Aufträge verharrten von Januar bis Oktober um fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Grundstimmung sei einfach nicht positiv genug. Inzwischen gebe es erste Anzeichen, dass die deutsche Wirtschaft wieder mehr in Ausrüstungen investiere. „Es hängt nun alles vom Ausgang der Tarifrunde und den Reformen der neuen Regierung ab.“

Risiken sehen die Firmen auch im neuen Jahr in den hohen Öl- und Stahlpreisen. „In Kombination mit den höheren Zinsen der Notenbank werden wir daher die Dynamik der Jahre 2004 und 2005 nicht erreichen“, sagte Brucklacher. Die Rohstoffpreise drückten die Erträge der Maschinen- und Anlagenbauer unter drei Prozent Umsatzrendite. Damit könnten die Firmen keine großen Sprünge machen.

„Haupttriebfeder bleibt der Export“, sagte Brucklacher. Nur die starke Nachfrage aus dem Ausland nach Maschinen „made in Germany“ beschere den Maschinenbauern gute Geschäfte. In den ersten neun Monaten des Jahres wuchs der Export um 10,2 Prozent auf 79,5 Milliarden Euro. Sieben von zehn Maschinen gehen inzwischen ins Ausland.

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