Stellenabbau trotz Gewinnplus im Konzern
Bayer rückt Pflanzenschutz-Sparte zu Leibe

Die Sparten Gesundheit und Kunststoffe haben dem Bayer-Konzern im zweiten Quartal zu einem Gewinnsprung verholfen. In der Sparte Pflanzenschutz läuft es dagegen weniger gut. Die Leverkusener haben deshalb ein Sparprogramm aufgelegt, bei dem hunderte Stellen wegfallen. Das gesparte Geld kann Bayer gut gebrauchen, haben US-Bauern den Konzern doch verklagt.

HB FRANKFURT. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen habe sich im fortzuführenden Geschäft um 14,1 Prozent auf 928 Mill. Euro erhöht, teilte Bayer am Dienstag in Leverkusen mit. Damit übertraf das Unternehmen, das mit der Übernahme von Schering zur Nummer eins der deutschen Pharmahersteller aufsteigt, die Schätzungen von Analysten. Diese hatten im Durchschnitt mit 875 Mill. Euro gerechnet.

Unter dem Strich verblieb für den Zeitraum April bis Juni ein Überschuss von 452 Mill. Euro, ein Plus von 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz nahm im zweiten Quartal um 5,8 Prozent auf 7,072 Mrd. Euro zu.

Bayer kündigte ein neues Sparprogramm für den Pflanzenschutzbereich Crop Science an. Dabei sollen auch Standorte umgebaut oder geschlossen werden, wodurch bis Ende 2009 rund 1 500 Arbeitsplätze wegfallen sollen. Dies soll jährlich 300 Mill. Euro Euro bringen. Erstmal kostet der Abbau aber einmalig 330 Mill. Euro. Zudem seien Sonderabschreibungen von rund 120 Mill. Euro vorgesehen. Diese Sondereffekte sollen vor allem in den Jahren 2007 und 2008 erfasst werden. Ab 2008 seien positive Beiträge zum Ergebnis vor Zinsen und Steuern nach Sondereinflüssen zu erwarten.

Zuversicht im Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr 2006 bestätigte Bayer seinen Geschäftsausblick. Dabei legt der Konzern die bisherige Konzernstruktur zugrunde, Schering wird noch nicht einbezogen, wohl aber die an Siemens verkaufte Diagnostika-Sparte. Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis (Ebit) und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen dieses Jahr leicht zunehmen. "Auch für die künftige Entwicklung sind wir vor allem aufgrund der nachhaltigen Optimierung unseres Geschäftsportfolios weiter zuversichtlich", gab sich Bayer-Chef Werner Wenning optimistisch.

Die Übernahme von Schering für rund 17 Mrd. Euro ist der größte Zukauf in der mehr als 140-Jährigen Bayer-Firmengeschichte. Die Leverkusener halten inzwischen mehr als 92 Prozent der Stimmrechte bei Schering. Den verbliebenen Schering-Aktionären soll in einem Beherrschungsvertrag eine Barabfindung angeboten werden. Im September sollen die Schering-Aktionäre den Vertrag absegnen. Gut eine Woche lang war Schering bereits in der Bayer-Bilanz des zweiten Quartals enthalten.

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